Kategorie-Archiv: Kontinente

Aroma Station auf kulinarischer Weltreise… Deutschland!

KartoffelgratinEtliche ferne und noch fernere Länder haben wir bereits kulinarisch erkundet. Zeit, einmal die nähere Umgebung etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, frei nach dem Motto: warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah. Auf diese Weise lässt sich hervorragend das Saisonale mit dem Regionalen verknüpfen, eine unserer Vorlieben. Also die Wanderstiefel geschnürt, den Kochtopf eingepackt und los geht es mit unserer Suche nach dem Besonderen, dem Ungewöhnlichen, vielleicht auch dem Skurrilen.

Regional-typische Spezialitäten entwickelten sich auch in Deutschland wie nahezu überall auf der Welt entsprechend der Bodenbeschaffenheit, Armut oder Reichtum der Region und den Besonderheiten der angrenzenden Küchen. So fand die skandinavische und englische Küche beispielsweise Zugang zu den Töpfen im Norden oder böhmisch-österreichische Anregungen Gehör bei den bayerischen Köchinnen und Köchen.
Klimatisch betrachtet gibt es in den deutschen Regionen keine allzu großen Unterschiede. Doch in der Zubereitung der heimischen Feldfrüchte entwickelte sich im Lauf der Jahre eine unglaubliche Vielfalt. Einen Teil dieser kreativen Ideen im Umgang mit einfachsten und überall verfügbaren Zutaten stellen wir Ihnen auf unserem Mittagstisch in der Aroma Woche vom 27. bis 30.10.2015 vor. Wie immer vegetarisch und teilweise vegan, was diesmal gar nicht so einfach war. Unglaublich, wie viel Fleisch in traditionellen Rezepten verarbeitet wird. Aber wer suchet, der findet, und so fanden wir beispielsweise Dibbelabbes, Winzeräpfel, Schnippelsuppe und Götterspeisen.

Wussten Sie schon, dass Thüringen auch als das grüne Herz Deutschlands bezeichnet wird? Jaja, hier steht die Wiege der Rostbratwurst, doch ist die Region auch ein großes Anbaugebiet für Gemüse. Besonders hervorzuheben ist übrigens die Speisezwiebel – man munkelt, dass Napoleons Truppen das Weimarer Zwiebelkuchenrezept mitgenommen hätten, woraus letztlich die weltberühmte Quiche Lorraine entstand.

Und was verbinden wir mit Sachsen außer dem Dresdner Christstollen und dem Leipziger Allerlei? Letzteres stammt übrigens aus einem weiteren sehr traditionsreichen Gemüseanbaugebiet, dem fruchtbaren Elbtal. Viele kennen dieses ursprünglich recht kostspielige Frühsommergericht nur noch als trauriges Dosengemüse mit fader Mehlschwitze. Tatsächlich ist es aber eine Köstlichkeit aus getrockneten Morcheln, zartem Spargel, jungen Möhren, knackigem Blumenkohl, feinen Erbsen und gekochten Krebsschwänzen!
Ebenfalls in Sachsen, genauer zwischen Spreewald und dem Lausitzer Bergland, sind die Sorben, das kleinste slawische Volk, beheimatet. Begegnet sind wir ihnen möglicherweise im Geschichtsunterricht im Zusammenhang mit Fürst Pückler, der nicht nur das Eis liebte, sondern mit ihrer Hilfe den Bau des wundervollen Landschaftsparks in Muskau realisiert hat. Sie pflegen noch heute einige uralte Traditionen und Bräuche. Wir servieren Ihnen eine ihrer Spezialitäten, einen Mohnkuchen, der ansonsten Bestandteil eines sorbischen Hochzeitsmahls ist.

Natürlich darf auch die Hauptstadt der Currywurst nicht fehlen, über die der Naturforscher Georg Forster berichtete sie sei „gewiss eine der schönsten Städte Europas“. Über die Einwohner äußerte er sich weniger schmeichelhaft, ihnen unterstellte er „Üppigkeit, Prasserei, Gefräßigkeit“. Aber das war Ende des 18. Jahrhunderts, da hat sich zwischenzeitlich vieles verändert 😉 Die Rede ist von Berlin.
Fleischesser schätzen die Berliner (Kalbs)Leber, Hoppelpoppel oder Königsberger Klopse. Naschkatzen hingegen schwärmen vermutlich von Berliner Luft mit Beerensoße, einer Creme aus Zucker, Zimt, Eiern und Weißwein. Oder von Berliner Pfannkuchen, die einer Legende zufolge von einem in die Heeresbäckerei abkommandierten Berliner Soldaten Mitte des 18. Jahrhunderts kreiert wurden – es handelte sich um süße Kanonenkugeln aus Hefeteig.

Aus Mecklenburg-Vorpommern haben wir eine Götterspeise aus geriebenem Pumpernickel, Kakao, Weinbrand, Rum, Beerengelee und Sahne mitgebracht. Kulinarisch gibt es natürlich noch viel mehr zu entdecken in dieser Landschaft der Seen, Flüsse, Ostseeküste und fast 1,4 Millionen Hektar Nutzfläche voller Getreide, Kartoffeln, Rüben und Ölfrüchte.
In der Küsten- und Inselküche überwiegen Gerichte, die sich seit je her ohne großen Aufwand neben Feldarbeit oder Fischerei zubereiten ließen, z.B. Fischklopse, gebratener grüner Hering oder Aalsuppe.
In den von Agrarwirtschaft geprägten Gegenden pflegte man hingegen das „Mangkokt-Äten“, das Zusammengekochte, sprich den Eintopf. Und so entstanden z.B. die Pommersche Erbsensuppe (natürlich mit Speck, Schweineschwanz und -ohr) oder die Schweriner Sommersuppe mit Erbsen, Zuckerschoten, Gurke, Kopfsalatherzen, Pimpernell und Kerbel.

In Rheinland-Pfalz hinterließen seit der Römerzeit unzählige Kriegshorden und Besatzungsmächte ihre kulinarischen Spuren. Eine der berühmtesten ist natürlich der Weinbau in der Pfalz und an der Mosel und seine damit verbundenen lukullischen Spezialitäten. Die sind zumeist ausgesprochen deftig. So lautet ein wohl derber, aber eben auch ehrlicher Sinnspruch zwischen Südpfalz und Westerwald „lieber schön und fett geschwabbelt als knochendürr herumgerappelt“. Gemeint sind nicht die Vertreter des weiblichen Geschlechts sondern das im Sommer gemästete Vieh, das in den Winterwochen als Wellfleisch oder Hausmacher Wurst den Hauptbestandteil der täglichen Nahrung ausmachte und heute noch in Form von Saumagen oder Leberknödel sehr beliebt ist.
Wir haben uns für ein weniger deftiges Gericht entschieden und sind dem Ruf der Reben gefolgt – mit Pfälzer Winzeräpfeln, die wir Ihnen am 27.10. zum saarländischen Dibbelabbes servieren! Genau, wir ignorieren die seit Generationen bestehende Fehde zwischen Pfalz und Saarland (über deren Ursprung es eigentlich gar keine übereinstimmenden Erklärungen gibt!).

Im Saarland heißen die Pfälzer Grumbeere (Kartoffeln) einfach Grombiere und spielen seit 1700 eine ebenso wichtige Rolle wie bei den Nachbarn. Sie erfuhren seit ihrer Einführung durch wallonische Wanderarbeiter ungeahnte Variationen und sorgten für einen wohlgefüllten Magen in Form vom oben erwähntem Dibbelabbes, einem Kartoffel-Lauch-Auflauf, als Kerschdscher (Bratkartoffeln), Verheirate (Kartoffeln und Mehlklöße), Gefillde Knepp (gefüllte Klöße) oder Hoorische (Klöße aus rohen Kartoffeln). Natürlich gibt es auch Gestempelte (gestampfte Kartoffeln).

Die findet man übrigens überall, auch in Bayern, der letzten Station unserer kulinarischen Deutschlandreise. Bayern ist der größte Flächenstaat Deutschlands und wartet mit zahlreichen Klischees zur Lebens- und Genussfreude auf, wie Alpenromantik, Märchenschlössern, Lederhose, Dirndl, Bier und Weißwurst. Letztere wird seit ihrer Erfindung durch den Metzger Sepp Moser im Februar 1857 vor dem Mittagsläuten, das sie auf keinen Fall mehr hören darf, mit süßem Senf und Bier „gezuzelt“. Wobei es laut Weißwurst ABC auch möglich ist, sie zu schneiden.  In Bayern verläuft nicht nur der Weißwurstäquator, es ist auch das Land von Kraut und Rüben. Hier werden etliche Hektar Weißkraut und Rotkraut angebaut, hier liegt das Zentrum des Meerrettichanbaus, wachsen Spargel, Rettich und vieles mehr. Bei all dem Herzhaften und Deftigen braucht es aber auch etwas Süßes – wir haben einen würdigen Vertreter der bayerischen Süßspeisen für unseren Mittagstisch ausgesucht: Bayerisch Creme.

Lassen Sie sich überraschen und besuchen Sie uns auf unserer kulinarischen Deutschlandreise!

Aroma Station auf kulinarischer Weltreise… Großbritannien

(c) Johannes Fehrle

(c) Johannes Fehrle

Und weiter geht unsere kulinarische Weltreise. Diesmal besuchen wir Großbritannien. Nein, keine Sorge. Es gibt kein Lamm mit Minzsoße und Erbsen. Obwohl ich gestehen muss, dass ich schon ausgesprochen leckere Erbsen mit Minzsoße gegessen habe. Aber für diese Aroma Woche mit einem kulinarischen Stop bei unseren britischen Nachbarn haben wir uns für eine herzhafte vegetarisch-vegane Rezept-Mischung aus Irland, Wales und Cornwall entschieden.

Die traditionelle englische Küche gilt im Allgemeinen als fettig, deftig und langweilig. Das war nicht immer so. Im 19. Jahrhundert genoss sie einen ausgezeichneten Ruf. Dies lag nicht zuletzt daran, dass während der Kolonialzeit bis dato unbekannte und sehr exotische Gewürze und Lebensmittel – zusammen mit dem teilweise ebenso exotischen Hauspersonal – ihren Weg ins Königreich fanden. Zum Ende der Kolonialzeit fehlten sowohl das Geld für die Beschaffung der Zutaten als auch der Nachwuchs an fachkundigem Personal. Und so ging die einst so gelobte Kochkunst der englischen Küche ein Stück weit verloren.
Mit der Zuwanderung von Migranten aus Indien, Pakistan und afrikanischen Ländern hat die moderne englische Küche wieder an Vielfalt gewonnen und die „typisch“ englische Küche an Boden etwas verloren. Aber es gibt sie noch, teilweise auch neu interpretiert von populären Köchen, wie beispielsweise Jamie Oliver.

Das traditionelle Sonntagsessen unterscheidet sich gar nicht so sehr von unserer gut bürgerlichen Küche. Am Sonntagmittag isst man gerne einen Braten mit Gemüse und Kartoffeln. Eine der wichtigsten Beilagen des Sunday roast ist der aus Nord-England stammende Yorkshire-Pudding. Kein Pudding, wie wir ihn als Nachtisch genießen, sondern eine Art Kuchen aus Mehl, Eiern, Milch und Fett, gewürzt mit Salz, Pfeffer, Petersilie und Muskatnuss. Gebacken wird er in einer Pfanne oder in Muffinförmchen – am besten im gleichen Backvorgang mit dem Braten, dessen Saft ruhig auf den Yorkshire-Pudding, der auf dem Rost unterhalb des Bratens backt, tropfen und ihn zusätzlich aromatisieren darf.

(c) Johannes Fehrle

(c) Johannes Fehrle

Auch Kartoffeln sind eine häufige Beilage. Mit Schale im Ganzen als Ofenkartoffel (jacket oder baked potatoes), geschält und geschnitten als Chips – den britischen Pommes frites, als Kartoffelbrei (mashed potatoes), in diversen Aufläufen und in den beliebten pies, wie dem cottage pie, cumperland pie, fisherman’s pie oder shepherd’s pie. Hierzu wird Hackfleisch oder Fisch mit Gemüse in eine feuerfeste Form geschichtet, anschließend mit Kartoffelbrei bedeckt und im Ofen überbacken. Genau das Richtige bei nasskalter Witterung. Wir servieren deshalb in unserer britischen Woche vom 06.10.2015 bis 10.10.2015 u.a. einen shepherd’s pie in einer fleischfreien und veganen Variante nach Jamie Oliver.

(c) jamieoliver.com

(c) jamieoliver.com

Über die Herkunft des shepherd’s pie herrscht Uneinigkeit. Verbreitet ist er im gesamten englischen Sprachraum. In Australien kennt man ihn als „potato pie“, in Neuseeland als „potato top pie“, in Nordamerika als „cowboy pie“ und in Kanada als „chinese pie“ bzw. als „paté chinois“. Während die einen erklären, er stamme aus Irland, sind andere sicher, dass er seinen Ursprung in Cornwall hat. Auf jeden Fall ist er typisch englisch 🙂

Englisch? Genau genommen ist die englische Küche ein Teil der britischen Küche, ebenso wie die schottische, die walisische und die irische. Doch darüber ein anderes Mal mehr.  Denn bei der Vielzahl an Köstlichkeiten wird es auf jeden Fall noch eine weitere britische Woche bei uns geben….

(c) Johannes Fehrle

(c) Johannes Fehrle

Gefallen Ihnen die Aufnahmen? Sie stammen von Johannes Fehrle, dem Mannheimer Naturfotografen. Besuchen Sie ihn unter www.fehrle-photography.com und auf seinem Blog http://johannesfehrle.wordpress.com/
Auf seiner Webseite und seinem Blog können Sie Johannes Fehrle auf seinen Reisen begleiten und limitierte Drucke seiner Fotos erwerben. Seine Postkarten und wechselnde großformatige Aufnahmen finden Sie auch in der Aroma Station.

Für unsere kulinarische Weltreise wählten wir:
Fehrle201408-1015 – Lady’s View, Killarney National Park
Fehrle201408-0921 – Elfenhäuschen, Irland
Fehrle201407-9983 – Bective Abbey,  County Meath, Irland

Faire Woche

Faire Woche in Mannheim – Aroma Station ist dabei

Mannheim feiert die Faire Woche: zwischen dem 11. bis 25. September 2015 stehen in unserer Stadt alle Zeichen auf fair. Zu diesem Anlass kooperieren wir, das Team der Aroma Station, mit dem Weltladen Mannheim, um Ihnen einen genussreichen Abend zu bieten:

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Aroma Station auf kulinarischer Weltreise… Brasilien!

640px-Christ_on_Corcovado_mountainUnsere kulinarische Weltreise führt uns in eines der größten und bevölkerungsreichsten Länder der Erde: Brasilien. Reist man durch Brasilien, durchquert man zwei Zeitzonen, Regenwälder, Hochebenen, Gebirge, Küstengebiete.

Brasilien ist nicht nur groß, es ist auch das artenreichste Land der Erde mit über 50.000 verschiedenen Blütenpflanzen und alleine im tropischen Regenwald mehr als 2.500 Baumarten. Allerdings wird diese Artenvielfalt massiv bedroht: Da die Waldfläche immer mehr abnimmt, ist auch ein großer Teil an Tier- und Pflanzenarten gefährdet. Der atlantische Küstenregenwald ist bereits zu über 90% zerstört. Nicht nur Rodungen führen zu Umweltproblemen, auch der Bauxit- und Goldtagebau fügt dem Land immensen Schaden zu, Flüsse werden durch Schwermetalle vergiftet, Grundwasser und Böden stark belastet, sowohl Menschen als auch Tiere großen gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt. Die Ölförderung bedroht Ökosysteme, die Städte kämpfen mit Abgasen und Abwässern.

Jaguar

Jaguar

Brasilien ist nicht nur ein Land der Artenvielfalt, auch die heutige Bevölkerung ist ein Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen. Neben rund 200 einheimischen Ethnien gibt es portugiesisch-stämmige Volksgruppen, die die Kolonialisation ins Land geführt hatte, Afrobrasilianer, die Nachkommen von Sklaven, europäische Einwanderer, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts ansiedelten, Japaner, Koreaner, Libanesen und Syrer.  Geografische Gegebenheiten und Bevölkerungsvielfalt erschweren natürlich eine klare Definition der brasilianischen Küche. Wie in vielen anderen Ländern, gibt es auch in Brasilien unterschiedliche regionale Küchen, die von den dort lebenden Menschen und Traditionen beeinflusst wurde. Allerdings finden sich in allen Landesteilen Gerichte mit schwarzen Bohnen und viel Fleisch – die Feijoada, ein Bohneneintopf, gilt als Nationalgericht. Auch Speisen, die mit Maniokmehl zubereitet werden, erfreuen sich großer Beliebtheit. Maniok spielt vor allem in der afro-bahianischen Küche eine große Rolle. Ihren Ursprung in der brasilianischen Kochkunst hat die Wurzel aber deutlich vor der Sklavenverschleppung ins Land. Sie ist nämlich ein Erbe der Indianer. Dort war sie Grundnahrungsmittel und oft die einzige Überlebensgrundlage. Um ihre Herkunft ranken sich einige Legenden. Eine besonders schöne ist diese:

„In einem der Stämme des großen Volks der Tupinamba wurde ein Mädchen geboren, das sehr weiß und schön war und von seinen Eltern Mani genannt wurde. Nie hatte es in dem Stamm ein Kind gegeben, das bezaubernder, fröhlicher, tugendhafter und folgsamer war. Es sang und lachte und war eine Freude. Alle liebten und besuchten es, als sei es eine Botschafterin von Tupa, dem Allmächtigen. Doch wie die Blumen, die früh ihre Blütenkelche öffnen, sich auch früh schließen, so starb auch Mani, als sie noch sehr klein war.
Unter großer Trauer und Ehrerbietung des ganzen Stammes wurde sie in der Mitte des Dorfes auf einem großen Feld begraben, das die Sonne bescheinen würde, um die Fröhlichkeit des toten Mädchens zu wecken, und auf dem Mondlicht die Blume bedeckte, deren Schwester es war. Alle Stammesangehörigen vergossen bei der Beerdigung Manis viele Tränen auf den Boden oder befeuchteten die Erde mit Eimern voll Wasser – Mani sollte sich nicht zu sehr von den Sonne verglüht fühlen.
Einige Zeit danach entspross an dieser Stelle eine kleine grüne Pflanze mit einem violetten Stengel, die die Tupinamba Manioca nannten, Haus der Mani. Das Pflänzchen wuchs vor den staunenden Augen des ganzen Stammes, bis sich an einem sonnigen Tag die Erde öffnete und eine Art Kartoffel in der Form eines Kinderkörpers zum Vorschein brachte. Alle verstanden, dass dies ein Geschenk Manis war. Sie wuschen die Frucht im Wasser des Flusses, zerrieben und aßen sie. Binnen kurzer Zeit liebten alle Indianervölker die Frucht, die ein Geschenk Manis war, weiß wie der Mond und anmutig wie das Lächeln des Frühlings.“ (Quelle: Brasilianisch kochen – Gerichte und ihre Geschichte. Von Moema Parente Augel)

Maniokwurzel

Maniokwurzel

Wir verwenden diese wundersame Wurzel als Mehl (Maniok ist übrigens glutenfrei!) und backen „Pao de Queijo“ – Brasilianische Käsebällchen. Sie werden aus Wasser, Milch, Öl, Salz und Tapioka- oder Maniokmehl zubereitet. In den Teig wird dann ein kräftiger geriebener Käse geknetet, dieser zu Kugeln geformt und im Ofen goldgelb gebacken. Man kann sie warm oder kalt essen, zu einem knackigen Salat oder als Snack mit Butter und Salz zu einem Bier, Mochito oder Caipirinha.
Klar, auch die anderen für Brasilien typischen Gewürze und Kräuter finden ihren Weg auf unseren Mittagstisch: Koriander, Pfeffer, Chili, Zwiebeln, Knoblauch (den wir aber nur ganz sparsam einsetzen, versprochen!). Frische Kräuter, wie Petersilie oder Minze dürfen nicht fehlen, ebenso wie Zitrone und Limette. Von einigen wenigen Zutaten abgesehen, lässt sich Brasilien-Aroma hervorragend mit unseren regionalen und saisonal verfügbaren Salaten, Gemüsen und Früchten zaubern. Wir haben uns für herrlich aromatische Salate entschieden. Z.B. einen Bulgursalat mit Gurke, Tomate, Möhren und Radieschen oder einen wunderbar aromatischen brasilianischen Schichtsalat mit einer tomatenfrischen Salsa als Topping. Dann einen brasilianischen Gemüsesalat mit Kartoffel, Stangensellerie, Paprika und einer fruchtigen Komponente zum knackig-grünen Salat. Einen Kichererbsen-Salat mit würzigen Gürkchen, einen Bohnen-Mais-Salat und außerdem einen tropischen Kopfsalat… Fehlt eigentlich nur noch der Samba-Rhythmus 😉

Quellennachweis:
„Christ on Corcovado mountain“ von Artyominc – Template:Artyom Sharbatyan. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Christ_on_Corcovado_mountain.JPG#/media/File:Christ_on_Corcovado_mountain.JPG
„Jaguar head shot“ von en:User:Cburnett – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jaguar_head_shot.jpg#/media/File:Jaguar_head_shot.jpg
„Manihot esculenta dsc07325“ von David Monniaux – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Manihot_esculenta_dsc07325.jpg#/media/File:Manihot_esculenta_dsc07325.jpg

Aroma Station auf kulinarischer Weltreise… Griechenland und die Mittelmeerküche!

(c) Brigitte Hörner

(c) Brigitte Hörner

Erinnern Sie sich noch an unsere Reiseetappe Frankreich ? Dort hatten wir unsere erste Kurzbegegnung mit der „Mittelmeerküche“, die seit 2010 als immaterielles Kulturerbe der Menschheit von der UNESCO anerkannt ist. Heute wollen wir uns ein wenig näher damit beschäftigen – passend zu unserer neuen Reiseetappe Griechenland. Griechenland ist neben Spanien, Italien und Marokko das erste Land, dem die Mittelmeerküche zugeordnet wurde. Seit 2013 gehören auch Kroatien, Portugal und Zypern dazu.

Genau genommen handelt es sich um eine Zusammenfassung mehrerer Landesküchen rund um das Mittelmeer, die bei all ihren Unterschieden auch gleiche charakteristische Zutaten verwenden, wie Auberginen, Knoblauch, Lauch, Oliven, Paprika, Tomaten, Zucchini und Zwiebeln, sowie Kräuter, wie Anis, Basilikum, Fenchel, Koriander, Kümmel, Oregano, Rosmarin, Salbei und Thymian. Interessanterweise hat man auch festgestellt, dass bei den Bewohnern dieser Länder deutlich weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Übergewicht auftreten, als in nordeuropäischen Staaten. Mediziner sehen hier u.a. einen Zusammenhang mit der Ernährung (Genießer freuen sich vor allem über das regelmäßige Gläschen Rotwein, das in der Mittelmeerküche selten fehlt und somit neben Geschmack auch Gesundheit verheißt). Übrigens sollte die Mittelmeerküche nicht mit der Mittelmeer- oder Kreta-Diät verwechselt werden, die zwar von der traditionellen Küche der Mittelmeer-Länder inspiriert ist, aber nicht der dortigen Alltagskost entspricht! Wir bleiben beim Alltag, den man ja durchaus liebgewinnen kann…

(c) Brigitte Hörner

(c) Brigitte Hörner

Natürlich gibt es auch in Griechenland verschiedene Regionalküchen, die durch die verschiedenen geografischen Gegebenheiten geprägt werden – bergige Landschaften mit etlichen Wildkräutern und Gemüse sowie der Schaf- und Ziegenzucht und die zahlreichen Küstengebiete mit ihrer Vielfalt an Fisch und Meeresfrüchten. Opulente Zubereitungsformen sind unüblich, kleine und variantenreiche Gerichte, sogenannte „Mezedes“, die die Grundzutaten in den Mittelpunkt stellen, werden hingegen gepflegt. Und das schon seit der Antike, wie man bereits Texten von Homer entnehmen kann, in denen Oliven, Wein, Granatäpfel und Feigen besungen wurden.

Die wechselvolle Geschichte Griechenlands hat natürlich auch in den verschiedenen Landesküchen ihre Spuren hinterlassen. So finden sich Kreuzkümmel und Zimt dank osmanischer Einflüsse heute in der Nord-Ost-Küche Griechenlands, während man in Korfu und der Ionischen Inselwelt – griechisch gewürzte – Pastagerichte auftischt. Über Wien und Triest gelangten Strudel nach Griechenland, die wir heute z.B. mit Spinat und Schafskäse gerne schlemmen.

(c) Brigitte Hörner

(c) Brigitte Hörner

Auch wir schlemmen an unserem von der Mittelmeerküche und Griechenland inspirierten Mittagstisch vom 02. bis 05.06. Und zwar mit einer Reihe der bereits  erwähnten Mezedes. Freuen Sie sich auf griechische Sandwiches, Bauernsalat, Auberginenmus, Avocado-Oliven-Paste, Joghurt- und Paprika-Dips. Außerdem erwartet Sie eine lecker-leichte griechische Gemüse-Suppe. Wir wünschen schon einmal guten Appetit!

P.S. Natürlich finden Sie alle würzigen Zutaten auch in unserem Gewürzsortiment. Probieren Sie doch einmal unsere Tsatsiki-Gewürzmischung oder den Rhodos-Dip. Einfach in (Soja-)Joghurt einrühren und zu Gegrilltem oder Fladenbrot genießen. Lecker.

 

Aroma Station auf kulinarischer Weltreise… Italien!

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(c) Johannes Fehrle

Das Land, in dem die Zitronen blühen, wie Goethe schon voller Begeisterung feststellte, hat mehr zu bieten als Pizza und Pasta. Denken wir an Italien, steigt unumgänglich der zarte Duft toskanischer Olivenhaine, Zypressen, Pinien und Weinberge in unsere Nase – und der Gaumen sehnt sich nach den feinen Köstlichkeiten. Dass die cucina italiana heute beliebter denn je ist, liegt an dieser Vielfalt in der italienischen Küche, die immer wieder zum Staunen bringt. Das dolce vita auf der Zunge, betörende Düfte in der Nase und vor dem geistigen Auge die Adria – wir holen das ars vivendi, also diese italienische Lebenskunst, in der kommenden Woche zu uns nach Mannheim.

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Aroma Station auf kulinarischer Weltreise… Spanien!

(c) Johannes Fehrle

(c) Johannes Fehrle

So groß das Land ist, so vielseitig ist auch seine Küche. Sehr treffend hat das der katalanische Schriftsteller Josep Pla (1897 – 1981) beschrieben: „Die Küche eines Landes ist seine Landschaft im Topf“. Und so eröffnet der Blick in spanische Kochtöpfe ein Panorama der spanischen Natur mit Fisch und Meeresfrüchten an den Küsten des Mittelmeeres und des Atlantiks, mit würzigem Schafskäse in den Bergregionen oder Sherry-Gerichten aus Andalusien. Aber nicht nur die Geografie findet sich in den schmackhaften Rezepten, auch die wechselvolle Geschichte des Landes spiegelt sich in etlichen kulinarischen Köstlichkeiten wieder. Insbesondere die maurischen Einflüsse bereichern die Küche, aber auch die Entdeckung Amerikas und anschließende Einfuhr von Tomaten, Kartoffeln, Paprika und Kakao sorgten für eine Fülle bis dato unbekannter Zutaten und Zubereitungsarten.

(c) Johannes Fehrle

(c) Johannes Fehrle

Zahlreiche Legenden und Anekdoten machen die spanische Küche noch schmackhafter, als sie ohnehin schon ist. So hatten die Herrschenden Asturiens in Kriegszeiten 1833 Waffen an liberale Bürgermilizen ausgegeben, die diese nach Kriegsende aber nur sehr zögerlich wieder zurückgegeben wollten. Also wurden die Kämpfer zu einem Festgelage in Oviedo eingeladen. Bei Kichererbsensuppe mit Spinat und anderen Delikatessen ergaben sich die Krieger dem Genuss und streckten die Waffen. Das Fest „El Desarme“ (Die Entwaffung) erinnert noch heute an dieses historische gastronomische Ereignis.
Wir servieren die geschichtsträchtige „Potaje de Garbanzos y Espinacas“ (Suppe mit Kichererbsen und Spinat) natürlich auch auf unserem Mittagstisch, und zwar am 05.05.2015.

(c) Johannes Fehrle

(c) Johannes Fehrle

Insgesamt wird in Spanien sehr viel Fleisch gegessen. Gemüse als Beilage ist unüblich, wird eher als ein eigenständiges Gericht geschätzt. Dann auch gerne deftig und überall erhältlich. Suppen und Eintöpfe werden beispielsweise auf Mallorca auch in einfachen Kneipen serviert. Als Auflauf oder „Frikadelle“ verwenden spanische Köche häufig Kartoffeln, Zucchini, Paprikaschoten, Auberginen und Zwiebeln. Dazu reicht man eine kräftige Tomatensoße oder eine von den Kanaren stammende Mojo picon oder Mojo rioja. Dieses pikante Gericht darf natürlich auf unserer Wochenkarte nicht fehlen.

Reis ist vor allem in der Region um Valencia beliebt und beheimatet – ein Erbe der Mauren, die dort im 8. Jahrhundert die Herrschaft übernahmen. El Cid verjagte sie im Jahr 1094, zumindest vorübergehend. Reis, Orangen, Mandeln und ausgeklügelte Bewässerungssysteme blieben. Der berühmteste kulinarische Vertreter der Region ist die Paella, die es zu weltweitem Ruhm gebracht hat.  Auch wir freuen uns schon auf eine vegetarische Variante, am Freitag, dem 08.05. steht sie auf unserem Speiseplan.

(c) Johannes Fehrle

(c) Johannes Fehrle

Denkt man an Spanien, kommt man an der Tortilla nicht vorbei. Sie zählt neben Paella und Gazpacho, einer kalten Suppe, zu den Nationalgerichten. Eigentlich ein valencianisches Gericht, ist sie in ganz Spanien bekannt und sogar in gut sortierten Supermarktregalen zu finden.  Ursprünglich wurde sie ausschließlich aus Kartoffeln, Eiern, Olivenöl und Salz zubereitet. Doch mittlerweile wird sie auch mit unterschiedlichen weiteren Zutaten, wie Gemüse, Fisch oder Wurst versehen. Wir haben uns für eine Variante ganz ohne Ei entschieden, dafür aber mit Spargel und Spinat. Eine wunderbare Gelegenheit wieder Regionalität und Saisonalität mit internationalen Rezepturen zu verknüpfen. Zu finden am Donnerstag, dem 07.05. auf unserem Mittagstisch.

In diesem Sinne: Olé und Hasta la Vista!

(c) Johannes Fehrle

(c) Johannes Fehrle

Muchas gracias, Johannes Fehrle! Der Mannheimer Naturfotograf hat uns auch diesmal wieder seine Aufnahmen für die kulinarische Weltreise zur Verfügung gestellt. Auf seiner Webseite und seinem Blog können Sie ihn auf seinen Reisen begleiten und limitierte Drucke seiner Fotos erwerben. Seine Postkarten und wechselnde großformatige Aufnahmen finden Sie auch in der Aroma Station.

Quellennachweis:
Fehrle201404-0946
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Fehrle201404-1003
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Fehrle201404-2970
www.fehrle-photography.com
Blog: http://johannesfehrle.wordpress.com/

Aroma Station auf kulinarischer Weltreise… Streifzug durch USA!

Lower Manhatten

Lower Manhatten

Einwanderer aus allen Ecken und Enden unserer Erde sind im Lauf der Jahrhunderte in Nord- und Südamerika gelandet (gestrandet) und haben ihre Fußabdrücke hinterlassen. So kam es zu wunderbaren Vereinigungen mitgebrachter Geschmacksvorlieben mit lokalen Gemüsen und Früchten und den Traditionen der jeweiligen Ur-Einwohner. Das Ergebnis sind Multi-Kulti-Rezepte, die nach und nach verfeinert und angepasst wurden. Mit Mais, Avocado und Co. hat sich in ganz Amerika eine vegetarische Küche etabliert, die keine Wünsche offen lässt. Unser kleiner Streifzug führt uns durch die Nord-Amerika.

Wer glaubt, im Land der Steaks und Burger als Vegetarier nur auf Salat angewiesen zu sein, der irrt gewaltig. Wobei Salat keineswegs eine traditionsarme und langweilige Mixtur grüner Blätter mit einer ölig-sauren Soße sein muss! Der Original Coleslaw ist ein hervorragendes Beispiel für Tradition, wurde er doch 1794 im Niederländischen bereits erwähnt. Früher offenbar ausschließlich aus Weißkohl zubereitet, gibt es heute ganz wunderbar leichte Varianten z.B. mit Chinakohl. Sein Geschmacksgeheimnis liegt in der Kombination aus zitroniger Frische, süß-sauren Äpfeln und zart-herber Stangensellerie zum knackig-milden Kohl. Klar, der darf auf unserem Mittagstisch vom 27.04. bis 02.05. nicht fehlen.

Ebenso wenig wie der New York Caesar’s Salad, um beim Salat zu bleiben. Er dürfte der bekannteste Vertreter amerikanischer Salatkultur zu sein. Als Erfinder gilt der Italo-Amerikaner Cesare Cardine, der 1924 aus der Not eine Tugend machte und aus den noch vorhandenen Zutaten seiner Küche einen Salat kreierte, mit dem er den unverhofften Kundenansturm am Nationalfeiertag bewältigen konnte. Dieser Salat besteht traditionell aus Römersalat, einem speziellen Dressing aus Eigelb, Olivenöl, Knoblauch, frisch gepresstem Zitronensaft, Worcestershiresauce, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer, dazu Croutons und Parmesan. Wir haben uns für eine Sandwich-Variante entschieden und packen ihn zwischen Brotscheiben.

Zwar findet man sowohl den Coleslaw als auch den Caesar’s Salad in ganz Amerika, doch sind beide recht typische Vertreter der New Yorker Küche, wo die Menschen sich wenig Zeit zum Genießen gönnen, oft im Stehen essen oder auf die Schnelle ein Sandwich oder einen Salat verzehren.

Ganz anders sieht die Südstaaten-Küche aus, der wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einen längeren Besuch abstatten. Ihre Ursprünge gehen zurück in die Zeit der amerikanischen Ureinwohner. Einwanderer lernten von ihnen die Zubereitung heimischer Pflanzen, wie Bohnen, Mais, Kürbisse sowie Pflaumen und diverse Beeren, kennen und schätzen. Bereichert wurden sie durch die Mitbringsel aus europäischen Heimatländern, zumeist von den britischen Inseln, und – mit dem beginnenden Sklavenimport im 17. Jahrhundert – durch afrikanische Lebensmittel. Heute zählt die Südstaatenküche zu den einzigartigsten der Welt und ist an Geschmacksintensität kaum zu übertreffen. Fälschlicherweise oft als scharf bezeichnet, ist sie in Wirklichkeit durch teilweise sehr unterschiedliche Gewürze einfach pikant und schmackhaft. Vielleicht haben Sie ja Lust sich bei einem deftigen Südstaaten-Chili am Montag, dem 27.04. selbst davon zu überzeugen? Einen weiteren Südstaaten-Genuss präsentieren wir am Donnerstag, dem 30.04. mit einer zitronigen Zucchini-Linsen-Suppe aus Florida. Hier wird der angenehm erdige Geschmack von Linsen mit der Leichtigkeit und Lebendigkeit von Zitronen kombiniert. Geköchelt mit Koriander und Kreuzkümmel erhalten die Zucchini eine ganz besondere Note.

Unsere USA-Kurzreise runden wir mit einem typischen Frühstück am Samstag, dem 02.05. ab. Freuen Sie sich auf einen herrlich frischen Beeren-Orangen-Smoothie mit Soja-Joghurt und Vanille, Pancakes mit Sirup sowie Toast mit Peanut-Butter und Jelly oder Toast mit Cheddar, Salat, Tomate und Gurke.

Übrigens: am Mittwoch, dem 29.04.2015 können Sie uns nachmittags im gläsernen Studio auf dem Maimarkt treffen oder uns über das Maimarktradio des SWR hören 🙂

Quellennachweis:
„Lower Manhattan from Staten Island Ferry Corrected Jan 2006“ von Diliff - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lower_Manhattan_from_Staten_Island_Ferry_Corrected_Jan_2006.jpg#/media/File:Lower_Manhattan_from_Staten_Island_Ferry_Corrected_Jan_2006.jpg

 

Aroma Station auf kulinarischer Weltreise… Kalifornien!

(c) Johannes Fehrle

(c) Johannes Fehrle

Wir reisen nach Kalifornien, in den Obstgarten Amerikas mit seinen Weintrauben, Zitronen, Orangen, Avocados. In den „Golden State“, wie er dank des Goldrauschs im 19. Jahrhundert genannt wurde. In den Südwesten der USA mit seinen Wahrzeichen der Superlative, wie der Golden Gate Bridge in San Francisco, die im Mai 1937 erstmals von Fußgängern betreten wurde oder der Traumfabrik Los Angeles. In Kalifornien finden wir eines der berühmtesten Surfparadiese (Santa Cruz ist seit 1885 dafür bekannt!) und mit Palm Springs ein Symbol für Glanz und Glamour, denn hier lebten die Stars und Sternchen des alten Hollywood. Kalifornien ist auch ein Mekka für Hippies, Beat-Literaten und Aussteiger, die sich im milden Küstenklima selbst verwirklichten. Grandiose Natur kann man beispielsweise im Yosemite- und Sequoia-Naturpark bewundern.

(c) Johannes Fehrle

(c) Johannes Fehrle

Kalifornien sind auch die Route 66, die Beach Boys (unvergessen u.a. mit Surfin‘ USA ), T.C. Boyle und John Steinbeck mit seinem Werk „Früchte des Zorns“.
Apropos Zorn: Aktuell gerät Kalifornien vor allem wegen seines immensen Wasserverbrauchs zu Zeiten einer anhaltenden Jahrhundertdürre in unseren Fokus. Der Colorado River, der die Trinkwasserversorgung San Diegos sicher stellte, kann den immensen Wasserbedarf nicht mehr decken. 200 Millionen Quadratmeter Ackerland sind der Dürre bereits zum Opfer gefallen, strenge Wasserrichtlinien und teils drakonische Strafen bei Zuwiderhandeln sind die Folge.

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Die Küche Kaliforniens präsentiert sich so vielfältig, farbenfroh, frisch und kreativ, wie die multikulturelle Gesellschaft des Sonnenstaates selbst. Hier leben Spanier, Mexikaner, Chinesen, Italiener, Franzosen, Deutsche, Österreicher, Künstler, Visionäre, Ökos… – Kalifornien ist ein Schmelztiegel, der eine besondere und kreative Küche entstehen ließ: die California Cusine. Entstanden ist sie nicht zuletzt dank der Beharrlichkeit von Alice Waters, die sich bereits in den 1960er Jahren für regionale, nachhaltig und umweltverträglich angebaute Lebensmittel einsetzte, in einer Zeit, in der noch niemand über Bio-Bauern und Öko-Bewegungen nachdachte. Heute gibt es überall in Kalifornien Bio-Bauernmärkte, auf denen man hochwertige regionale Produkte findet. Die California Cuisine wurde zum Synonym für eine kreative, gesundheitsorientierte, leichte und frische Küche, bei der saisonale und regional verfügbare Produkte im Mittelpunkt stehen. Salate und einfallsreiche Gemüsezubereitungen werden kombiniert mit Fisch, Käse, Fleisch oder Meeresfrüchten – je nachdem, in welcher Region Kaliforniens man sich befindet. Obstsalate, Smoothies und leichte Soßen mit Zitrone oder Limette, sowie frischen Kräutern verfeinern jedes Alltagsgericht. Fast Food kann auch gesund sein, wie wir hier sehen: knackiger Salat oder pikante Gemüsefüllungen wandern in Wraps, auf Tortillas oder Sandwiches in die Lunch Box. Die California Cuisine trifft ganz unseren Geschmack, lässt sie sich doch auch mit unseren eigenen regional-saisonal verfügbaren Zutaten wunderbar umsetzen!

(c) Johannes Fehrle

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Und so entführen wir Sie mit unserem Mittagstisch vom 20. bis 24.04, sowie unserem Samstags-Frühstück am 25.04. nach Carpinteria, einer Stadt und Region, die für Avocados und Lebensfreude steht (–> Avocado-Bruschetta), ins Santa Ynez Valley, das sanft gewellte Tal der Weingüter, Lavendelfarmen, Olivenhaine und Kürbisfelder (–> Paprika-Oliven-Bruschetta, Vanillecreme), nach Santa Barbara an die amerikanische Riviera mit ihrem malerischen Hinterland (–> Salat mit Zitronendressing und Walnussöl, California Wrap mit Hummus und Spinat, Zucchinibrot, French Toast und gefüllte Pfannkuchen) und in die rustikalen Santa Rita Hills mit steilen Berghängen, paradiesischen Stränden, orange-roten Mohnblüten und aromatischen Walnüssen (–> Saisongemüse aus dem Backofen mit Walnussdressing). Mit wechselnden Smoothies gibt es das passende fruchtig-frische California Dreaming  dazu 😉

Ein herzliches Dankeschön an Johannes Fehrle, den Mannheimer Naturfotografen, der uns seine Aufnahmen für die kulinarische Weltreise zur Verfügung stellt. Auf seiner Webseite und seinem Blog können Sie ihn auf seinen Reisen begleiten und limitierte Drucke seiner Fotos erwerben. Seine Postkarten und wechselnde großformatige Aufnahmen finden Sie auch in der Aroma Station.

Quellennachweis:

Fehrle201310-5655 – Golden Gate Bridge, San Fancisco
Fehrle201310-5789 – Braunpelikan (Pelecanus occidentalis)
Fehrle201310-5919 – Point Lobos State Natural Reserve
Fehrle201310-6021 – Big Sur Küste, entlang des Highway 1
Fehrle-IMG_4045 – Sanddüne, Death Valley Nationalpark

www.fehrle-photography.com
Blog: http://johannesfehrle.wordpress.com/

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Aroma Station auf kulinarischer Weltreise… Hawaii!

(c) Johannes Fehrle

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Und weiter geht es mit unserer kulinarischen Weltreise, wir haben uns aufgemacht, um diesmal Hawaii zu entdecken. Hand aufs Herz, was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Hawaii denken?

Aloha – Inselschönheiten, die Hula tanzen – kein Bier – Ananas – Vulkangestein – der Song „Over the Rainbow“, den Israel „IZ“ Kamakawiwo’ole mit seiner Ukulele so unvergesslich interpretiert hat (zu sehen und zu hören u.a. hier) – Surfen – 50. Staat der Vereinigten Staaten – Pearl Harbor – Hawaiihemd.

(c) Johannes Fehrle

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Es gibt eine ganze Reihe an Klischees, mit einem räumen wir an dieser Stelle gleich einmal auf: Paul Kuhn hat sich geirrt, es gibt Bier und sogar aus eigenen Brauereien. Außerdem: Pizza Hawaii und Toast Hawaii sind deutsche Erfindungen, die wir den Ananaskonserven aus Zeiten des Wirtschaftswunders verdanken. Und sonst?

Wie an vielen anderen Orten dieser Welt, hat der Mensch auch auf dieser Inselgruppe große Veränderungen – nicht nur im positiven Sinne – herbeigeführt. Vor seiner Ankunft gab es mit wenigen Ausnahmen keine Landsäugetiere und Reptilien, dafür aber jede Menge Pflanzen, die ungehindert von tierischen Pflanzenfressern wachsen und gedeihen konnten. Ebenso erfreuten sich sowohl flugfähige als auch flugunfähige Vögel eines risikofreien Daseins. Überlebt hat nur die (flugfähige) Hawaiigans.

(c) Johannes Fehrle

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Mit Eintreffen der ursprünglich polynesischen Siedler gelangten nun auch Nutzpflanzen und deren Schädlinge an Land, die zum Aussterben einheimischer Arten beitrugen, verwilderte Hunde und Ratten richteten großen Schaden an und die Vogelwelt wurde durch eingeschleppte Mücken, die die Vogelmalaria übertrugen, dramatisch dezimiert.

Auf die Siedler aus Polynesien folgten weiße Missionare, Walfänger und Händler, sowie zahlreiche asiatische Einwanderer, die besonders durch den Zuckerrohr- und Ananasanbau angelockt wurden. Der Walfang wurde bereits im späten 19. Jahrhundert verboten, so dass die Landwirtschaft immer wichtiger wurde. Auf großen Plantagen wurden neben den erwähnten Ananas und Zuckerrohrplanzen auch eine ganze Reihe anderer tropischer Früchte, wie Papaya, Bananen, Macadamia-Nüsse und Kokosnüsse angebaut, auch Kaffee, Reis, Baumwolle und Tabak wurden zu Exportschlagern. Zwar sind Anbau und Export o.g. Erzeugnisse noch heute wichtig (Bananen und Ananas erkennen wir beispielsweise am Namen „Dole“, nach dem Gründer der Hawaiian Pineapple Company: James Dole), doch leisten der Tourismus und die wirtschaftlichen Aktivitäten, die das Militär mit sich bringt, mittlerweile den Löwenanteil am Bruttoinlandsprodukt. Segen und Fluch zugleich.

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Hawaii vereint die polynesische Kultur mit asiatischen und nordamerikanischen Einflüssen. Diese ethnische Vielfalt findet sich auch in der hawaiischen Küche wieder. Eine Nationalküche hat sich eher nicht entwickelt, dafür aber ein Mosaik an Leckereien aller vertretenen Einwanderergruppen. Als kulinarischer Trend gilt seit rund 20 Jahren die „Pacific Rim Cuisine“, eine Verschmelzung der französischen Küche mit tropischen Zutaten und fernöstlichen Gewürzen.

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Zur Vorspeise isst man gerne „pupus“, Schälchen mit typisch amerikanischen Kleinigkeiten, wie „chicken wings“, „onion rings“ oder hawaiianischen „lomilomi salmon“ (marinierter Lachs). Pupus schätzt man übrigens auch als Snack zum Bier oder zum Cocktail. Mittags gibt es „plate lunch“, zumeist bestehend aus Reis oder Makkaronisalat und Schweinefleisch oder Fisch. Beliebt ist auch „loco moco“,  ein Hamburger-Steak mit Spiegelei und Bratensoße auf Reis. Loco moco gibt es in unterschiedlichen Varianten, auch mit Fisch oder Geflügel, als Burger und ab und zu in einer Teriyaki-Marinade. Ein Klassiker ist ein dicker Brei aus Taro-Wurzeln, von dem Hawaii-Reisende allerdings berichten, er schmecke wie Tapetenkleister. Ganz im Gegensatz zu „shave ice“, ein fein geschabtes und mit farbigem Sirup übergossenes Eis in der Tüte, das Abkühlung bringt und zu jeder Tageszeit schmeckt.

(c) Johannes Fehrle

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Die Suche nach DEN typisch hawaiianischen Gewürzen gestaltet sich schwierig. Mit Ausnahme von rotem oder schwarzen Salz, das seinen Ursprung auf Hawaii hat, finden zahlreiche im asiatischen Raum verbreiteten Gewürze Verwendung, wie z.B. Sojasoße, Ingwer, Chili oder auch diverse Curry-Mischungen. Typisch ist grundsätzlich die Zubereitung mit frischen tropischen Früchten, die das ganze Jahr verfügbar sind und aufgrund der intensiven Sonnenbestrahlung auch entsprechend intensiv schmecken. Viele Zutaten sind bei uns nicht erhältlich. So wird beispielsweise ein „Kalua pig“, ein spezielles Spanferkel, das vor allem bei traditionellen Kochfesten serviert wird, in Taro-Blätter gewickelt, von denen die meisten von uns noch nie gehört haben.

Eine echte Herausforderung für unseren vegetarisch-veganen Mittagstisch vom 13.04. bis 17.04.2015, auf dem weder in Blätter gewickelte Schweine noch Lachs oder Hawaii-Toast serviert werden. Aber keine Sorge, wir haben gestöbert und experimentiert und einige Leckereien für Sie vorbereitet. Es erwartet Sie eine Kokos-Ingwer-Karottensuppe, eine Enchillada-Kasserolle, ein Hawaii-Teller (mit Makkaroni-Kartoffelsalat, Baguette mit einer Pepita-Paté aus Kürbiskernen und knackfrischem Salat), natürlich Loco moco, bestehend aus einem veganen Bratling, einer Tropical Salsa und Scrambled Tofu auf einem Reisbett sowie eine Art Ravioli, gefüllt mit weißen Bohnen, sonnengetrockneten Tomaten und einer Feta-Soße, die wir aus Tofu zubereiten. Außerdem Haupa, ein Kokosnuss-Pudding.

Wir wünschen schon einmal E’ai kaua – Guten Appetit – und sagen Aloha, bis bald 😀

Die schönen Aufnahmen stammen auch diesmal von Johannes Fehrle, dem Mannheimer Naturfotografen. Auf seiner Webseite und seinem Blog können Sie ihn auf seinen Reisen begleiten und limitierte Drucke seiner Fotos erwerben. Seine Postkarten und wechselnde großformatige Aufnahmen finden Sie auch in der Aroma Station.

Quellennachweis:
Fehrle-NPS_(15_von_333) – Säcke, in denen Kaffeebauern Kaffeebohnen an die Rösterrei liefern, hängen neben einer Hawaiianischen Rösterrei aus.
Fehrle-NPS_(16_von_181) – Lavalandschaft, Big Island, Hawai’i
Fehrle-NPS_(67_von_333) – Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas), Big Island, Hawai’i
Fehrle-NPS_(69_von_181) – Baum, Big Island
Fehrle-NPS_(92_von_219) – Akaka Wasserfall, Big Island, Hawai’i
Fehrle-NPS_(96_von_151) – Nene (Hawaianische Gans [Branta sandvicensis]), der Staatsvogel von Hawai’i Big Island
Fehrle-NPS_(102_von_219) – Akaka Wasserfall Detail, Big Island, Hawai’i

www.fehrle-photography.com
Blog: http://johannesfehrle.wordpress.com/