Kategorie-Archiv: Grüne Küche

Wirsingröllchen – köstlicher Wintergenuss

Wirsing, köstliches Winter-Superfood. Wirsingröllchen mit Gemüsesoße und Sauerrahm

vegetarische Wirsingröllchen

Bei Wirsing scheiden sich die Geister. Die einen lieben ihn auf dem Teller (hurra, Wirsing!), andere nehmen ihnen seufzend in Kauf (ach, Wirsing), wieder andere verweigern sich komplett (Wirsing?!?!). Sie gehören zur zweiten oder gar dritten Kategorie? Dann haben Sie ihn vielleicht noch nicht in seiner genialen Vielseitigkeit probiert.

Die Anzahl der Zubereitungsmöglichkeiten ist schier unendlich, da ist garantiert auch etwas für den größten Wirsingmuffel dabei. Jede Wette, spätestens bei dem heutigen Wirsingröllchen-Rezept ändern Sie Ihre Meinung und werden sich der Wirsing-Fangemeinde anschließen.

Wirsing, das regionale Winter-Superfood

Im Zeitalter der Superfoods muss sich unser Wirsing wahrlich nicht verstecken. Gänzlich ohne elend lange Transportwege findet er seinen Weg ins Gemüseregal, wächst er doch in jedem Kohlanbaugebiet hierzulande und gedeiht auch prächtig im eigenen Garten.
Er versorgt den wintergeschwächten Zeitgenossen mit einer geballten Ladung Vitamine. Mit einer ordentlichen Portion Wirsing auf dem Teller lässt sich beispielsweise der Vitamin C-Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen problemlos decken. Dessen Zellen und Blutdruck freuen sich zudem über die beachtliche Menge an Folsäure und Kalium, während sich das Immunsystem für die antibakterielle und antioxidative Wirkung bedankt. Und das alles bei einem minimalen Kaloriengehalt.
Also immer her mit dem Wirsing, an ihm können Sie sich satt essen ohne Reue!

Zahlreiche Zubereitungsmöglichkeiten

Wirsingröllchen frisch aus dem Ofen. Mit scharf-fruchtig-nussiger Perlgraupenfüllung, Gemüsesoße und Sauerrahm-Topping

Wirsingröllchen frisch aus dem Ofen

Wirsing schmeckt roh, sowohl im Salat als auch im Smoothie. Besser verträglich ist er allerdings in gegarter Form. Egal, ob gestampft, püriert, im Eintopf oder in der Suppe, mit Kokosmilch oder als Curry zubereitet, mit mediterranen oder aisatischen Kräutern verfeinert, mit Kartoffeln oder Fleisch ergänzt, blanchiert und gefüllt, überbacken oder kurz gedünstet – die Kombinationsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.
Ganz klassisch wird er als Kohlroulade mit einer Hackfleischfüllung serviert.
Aber die kann man auch ganz anders genießen. Wie wäre es mit einer scharf-fruchtig-nussigen Füllung und einer tomatigen Gemüsesoßenhaube, getoppt mit etwas Sauerrahm?

Rezept Wirsingröllchen vegetarisch

Etwas zeitaufwändig ist dieses Rezept schon, aber die Geduld wird belohnt. Versprochen. Vegane und glutenfreie Vorschläge finden Sie unten bei den Tipps.

Zutaten für 4 Personen
12 große Blätter vom Wirsing
1 Becher (200 g) Sauerrahm oder crème fraîche

Füllung
120 g Perlgraupen
Olivenöl zum Anbraten
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Schuss Weißwein
50 g Sultaninen
50 g Walnüsse
abgeriebene Schale einer Zitrone
1-2 TL getrockneter Thymian
1-2 TL Oregano gerebelt
1/2 TL Pul Biber (alternativ Chiliflocken)
1 Ei (Größe L)
Gemüsebrühepulver oder -paste (Tipp: aus Sannes Kräuterküche) nach Geschmack
Wildkräutersalz (z.B. von KräuterGott) und frisch gemahlener Pfeffer

Gemüsesoße
Olivenöl zum Anbraten
1 große Zwiebel
2-3 Lorbeerblätter
1 Karotte
1 Topinamburknolle (alternativ 1 kleine Pastinake)
1/4 Knolle Sellerie
2 Knoblauchzehen (alternativ Bärlauchsalz)
400 g Tomate in Stückchen
1 Schuss Weißwein
1-2 TL getrockneter Thymian
1-2 TL Oregano gerebelt
1 TL Arrabiata-Gewürzmischung
Gemüsebrühepulver oder -paste nach Geschmack
Wildkräutersalz und frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung

Wirsing, köstliches Wintergemüse. Wirsingröllchen: Füllung aus Perlgraupenaus Perlgraupen

Füllung aus Perlgraupen

Für die Füllung die Perlgraupen in Salzwasser oder Gemüsebrühe nach Packungsanweisung zubereiten, Zwiebel und Knoblauch für die Füllung hacken, in Olivenöl anbraten und mit einem guten Schuss Weißwein ablöschen. Wildkräutersalz, Thymian und Oregano zufügen und garen, bis die Zwiebel weich ist. Zwischenzeitlich die Walnüsse grob hacken.
Mischen Sie in einer Schüssel die gebratenen Zwiebeln mit den fertig gegarten Perlgraupen und geben Sie die Sultaninen und Walnüsse hinein. Mit Pul Biber und Pfeffer abschmecken, evtl. mehr Salz zufügen. Zum Schluss das Ei verquirlen und unterrühren.

Für die Tomatensoße braten Sie die Zwiebeln und den Knoblauch in etwas Olivenöl an. Geben Sie dann das klein gehackte oder gewürfelte Gemüse und die Gewürze hinzu und braten Sie diese Mischung auf kleiner Flamme etwa 5 Minuten mit. Mit Weißwein ablöschen. Ist der Weißwein verdampft, geben Sie die Tomaten und die Lorbeerblätter hinein. Alles nun auf kleiner Flamme ca. 20 Minuten köcheln bis die Soße etwas eindickt.

Da die Adern der Wirsingblätter oft etwas hart und unbeweglich bleiben, entfernen Sie mit dem Gemüsehobel vorsichtig einen Teil der dicksten Stellen. Anschließend werden die Blätter in kochendem Salzwasser ca. 3 Minuten blanchiert, abgegossen und mit eiskaltem Wasser abgeschreckt. Mit Küchenkrepp trocken tupfen.

Reiben Sie einen Bräter mit etwas Olivenöl aus und heizen Sie den Backofen auf 180°C Umluft vor.

Die Wirsing-Blätter werden gefüllt

Die Wirsing-Blätter werden gefüllt

Geben Sie auf jedes Wirsingblatt einen großen Esslöffel der Füllung. Klappen Sie die Seiten ein, schlagen Sie das obere Blattende darüber und rollen Sie das Blatt dann vom unteren Ende her auf, so dass ein kleines Päckchen entsteht. Legen Sie es dann in den vorbereiteten Bräter (damit es nicht auseinander fällt mit den „Nahtstellen“ nach unten!).
Füllen Sie die übrigen Wirsingblätter genauso und legen Sie sie dicht an dicht.
Darauf kommt nun die Gemüsesoße. Zum Schluss verteilen Sie den Sauerrahm als Topping darüber und bestreuen das Ganze mit frisch gemahlenem Pfeffer.
Backen Sie Ihre Wirsingröllchen nun ca. 30 Minuten im Ofen.

Tipp: Anstatt Perlgraupen kann man auch Quinoa, Belugalinsen, Hirse oder Reis für die Füllung verwenden (= glutenfrei). Die Sultaninen lassen sich durch getrocknete Aprikosen, Pflaumen oder Datteln ersetzen. Verzichten Sie aber auf keinen Fall auf diese fruchtig-süße Komponente!
Wer ein veganes Gericht bevorzugt, lässt das Ei weg. Damit die Füllung eine gute Bindung und Geschmeidigkeit erhält, können Sie stattdessen etwas Speisestärke und Pflanzenmilch oder Öl zufügen. Servieren Sie die fertig gebackenen Wirsingröllchen mit einem Klecks Sojajoghurt.

Guten Appetit!

Sie suchen weitere Rezepte mit leckerem Wintergemüse? Dann probieren Sie unbedingt auch den vegetarischen Shepherd’s Pie mit Kürbis-Kartoffel-Haube oder die Sellerieschnitzel in Knusperpanade!

Shepherd’s Pie – der Sattmacher aus Irland

Fehrle201408-0921 - Elfenhäuschen, Irland

(c) Johannes Fehrle

Denkt man an Irland, dann an saftig-grüne Landschaften, Schafe und Elfen, aber eher nicht an kulinarische Genüsse, die den Feinschmecker begeistern. Völlig zu Unrecht, denn der Shepherd’s Pie dürfte die Herzen aller Anhänger bodenständiger Gerichte höher schlagen lassen.

Von wegen Arme-Leute-Essen

Traditionell besteht der Shepherd’s Pie aus zwei Schichten. Der untere Teil wird üblicherweise aus Hackfleisch (zumeist Lamm) zubereitet, darauf kommt eine Schicht aus pürierten oder gestampften Kartoffeln, die seit Ende des 16. Jahrhunderts zum wichtigsten Grundnahrungsmittel in Irland gehören. Das Ganze wird – oftmals noch mit einer Lage irischem Cheddar getoppt – anschließend im Ofen gebacken.

Zwar steht der Shepherd’s Pie zumeist im Ruf eines typischen Arme-Leute-Essens und findet daher (noch) eher selten sein Plätzchen auf den Speisekarten der besseren Restaurants Irlands, doch wird er in vielen Pubs, die Mittagsgerichte anbieten, serviert. In der jungen irischen Küche, die darauf ausgerichtet ist, die Hauptzutaten möglichst unverfälscht in den Fokus zu rücken, gelingt es dem Shepherd’s Pie aber allmählich, sein Schattendasein zu überwinden.

Shepherd’s Pie auch vegetarisch und vegan

Nicht jeder kann sich mit dem Gedanken an Lammragout unter einer Kartoffelhaube auf seinem Teller anfreunden, ist der Hunger auch noch so groß. Doch muss deswegen niemand darben, denn in der vegetarischen Variante wird die Fleisch-Schicht je nach Rezept und Vorlieben durch Bohnen, Linsen und/oder Schälerbsen in Kombination mit Gemüse ausgetauscht.
Oft kommen noch Tomaten hinzu oder es wird eine Tomatensoße separat gereicht. Reine Geschmacksache, einfach mal experimentieren, es lohnt sich.

Rezept Shepherd’s Pie mit Kürbis

Dieses vielleicht nicht ganz typisch-irische, dafür aber nicht minder leckere Rezept mit Kürbis sollten Sie unbedingt einmal probieren. Ich habe noch etwas Wintergemüse der Region mit hinein gepackt und einen knackigen Salat dazu serviert. Zugegeben, es kostet etwas Zeit. Aber dieses Gericht lässt sich auch sehr gut vorbereiten und die einzelnen Bestandteile im Kühlschrank für ihren Einsatz im Ofen aufbewahren. Hierfür brauchen Sie letztlich nur knapp 20 Minuten, während der Sie schnell noch den Salat anrichten können.

Zutaten für 4 Personen (könnte auch für eine halbe Kompanie reichen)
vegane Variante siehe unten bei „Tipp“!
150 g Linsen
100 g gelbe Schälerbsen
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 Stangen Sellerie
3-4 Möhren
1 Pastinake
1 Butternut-Kürbis
2 große Kartoffeln
etwas trockener Weißwein
Gemüsebrühe
Pflanzenöl
zum Abschmecken: getrockneter Thymian, Muskatnuss, Pul Biber (alternativ: Cayennepfeffer oder Chiliflocken verwenden), Räucherpaprika, Salz, frisch gemahlener Pfeffer.
optional: Butter, 2 EL Milch, 150 g frisch geriebener Käse (z.B. Cheddar oder ein würziger Emmentaler)

Zubereitung:
Shepherd's Pie 01 - webDie Linsen zusammen mit den Erbsen in etwa der dreifachen Menge Wasser ca. 40 bis 50 Minuten garen. Evtl. muss zwischendurch etwas Wasser nachgefüllt werden. Geben Sie erst am Ende Salz oder Gemüsebrühe hinzu, sonst werden die Hülsenfrüchte nicht weich.

Zwischenzeitlich werden in einem weiteren Topf die Zwiebeln (grob gehackt), Knoblauch (fein gehackt), Stangensellerie (in feinen Scheiben) und Möhren (in ca. 1 cm großen Würfeln) in etwas Pflanzenöl angebraten, mit Weißwein abgelöscht und mit getrocknetem Thymian etwa 10 Minuten gegart.

Shepherd's Pie

Shepherd’s Pie mit Kürbis-Haube

Geben Sie Butternut-Kürbis (geschält, entkernt, grob gewürfelt), Pastinake (geschält und gewürfelt) und Kartoffeln (geschält und gewürfelt) in einen dritten Topf und kochen Sie diese Mischung in ausreichend Gemüsebrühe weich. Anschließend abgießen, etwas ausdampfen lassen, zerstampfen und mit Muskatnuss, Pul Biber, Räucherpaprika, Salz und Pfeffer würzen.
Etwas Milch macht den Stampf cremiger. Wer mag, rührt noch etwa 75 g geriebenen Käse hinein.

Verrühren Sie nun die Linsen-Erbsen-Mischung mit der Zwiebel-Knoblauch-Sellerie-Möhren-Mischung. Abschmecken nicht vergessen und bei Bedarf nachsalzen und pfeffern!

Reiben Sie einen Bräter mit Pflanzenfett aus, geben Sie zunächst die Linsen-Mischung hinein und schichten Sie darauf den Kürbis-Stampf. Wer mag, gibt nun die übrigen 75 Gramm Käse darüber.

Stellen Sie den Bräter in den auf 180°C Umluft vorgeheizten Ofen (mittlere Schiene) und backen Sie Ihren Shepherd’s Pie ca. 20 Minuten.

Tipp: wer eine Kruste mag, vermischt den Käse mit Semmelbröseln, streut ihn dann auf den Kürbis-Stampf, verteilt noch ein paar Butterflöckchen darauf und schaltet für die letzten 5-10 Minuten Oberhitze hinzu. Aufpassen, damit nichts anbrennt! Wer eine vegane Variante vorzieht, verwendet für den cremigen Stampf etwas Mandelmilch und verzichtet auf den Käse und die Butterflöckchen. Schmeckt ebenfalls ausgezeichnet!

Guten Appetit!

Sie interessieren sich für die englische Küche? Auf ihrer kulinarischen Weltreise hat die Aroma Station 2015 einen Reisestopp bei unseren britischen Nachbarn eingelegt. Hier geht es zum Beitrag: Aroma Station auf kulinarischer Weltreise… Großbritannien

Gefällt Ihnen das Elfenhäuschen? Die Aufnahme stammt von Johannes Fehrle, dem Mannheimer Naturfotografen. Besuchen Sie ihn unter www.fehrle-photography.com und auf seinem Blog http://johannesfehrle.wordpress.com/
Auf seiner Webseite und seinem Blog können Sie Johannes Fehrle auf seinen Reisen begleiten und limitierte Drucke seiner Fotos erwerben.

Tolle Knolle Sellerie – es muss nicht immer Schweineschnitzel sein

Schnitzelfreunde schwören auf sie, die knusprig-leckere Panade, die das saftig-zarte Fleisch umhüllt – das klappt auch hervorragend mit Sellerie! Schon probiert?

Ob man nun aus gesundheitlichen oder ethischen Gründen auf das Schweineschnitzel verzichtet oder schlicht und ergreifend die Abwechslung schätzt, soll jedem selbst überlassen bleiben. Tatsache ist, dass die häufig verschmähte Knolle namens Sellerie noch sehr viel mehr kann, als nur das Suppengemüse zu komplettieren oder als Waldorf-Salat mit Nüssen, Äpfeln und Mayonnaise verspeist zu werden. Als Wintergemüse – sie erlebt im Oktober noch einen ordentlichen Wachstumsschub und kann bis zum ersten Frost geerntet werden – bereichert die tolle Knolle unsere regional-saisonale Gemüseauswahl in den eher kohl-lastigen Trübwetterwochen.

Sellerie, die Heilpflanze

Als Heil- und Nahrungsmittel schätzte man Sellerie schon im antiken Griechenland, im Mittelalter entdeckte man sie auch bei uns als Heilpflanze, die man wegen ihrer harntreibenden Wirkung gerne verwendete. Zwar spielt sie heute in der Naturheilkunde kaum noch eine Rolle, doch schadet es ja nicht, bekommt man beim genussvollen Verzehr noch eine Portion blutreinigende, harntreibende, kreislauf- und nervenstärkende Nebeneffekte mitgeliefert. Verantwortlich hierfür sind die enthaltenen Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Kalium) und Vitamine (B1, B2, B12, C und E).
Allerdings gilt Sellerie auch bei manchen Menschen als allergieauslösend und muss daher vom Nahrungsmittelgewerbe als Inhaltsstoff immer entsprechend angegeben werden. Auch wer unter Nierenerkrankungen leidet, sollte vorsichtig sein.  Übrigens soll Sellerie auch aphrodisierend wirken…

Na, wenn das kein Grund ist, das profane Schweineschnitzel einmal durch ein leckeres Sellerieschnitzel mit Knusper-Panade zu ersetzen! Mit Ofenkartoffeln serviert und einem knackig-frischen Endiviensalat mit frischen Sprossen als Beilage hat man im Handumdrehen ein rundum perfektes Sonntagsessen gezaubert.

Rezept Sellerieschnitzel in Knusper-Panade

Zutaten für 2 Personen:
½ Sellerieknolle
0,5 l Gemüsebrühe
Eine Handvoll Walnüsse
Eine Handvoll Cornflakes
Eine Handvoll Weizenmehl
2 Eier (vegane Variante siehe unten!)
Salz und Pfeffer nach Geschmack
Ausreichend Pflanzen- oder Frittieröl

Zubereitung:

Sellerieschnitzel in Knusper-Panade

Sellerieschnitzel in Knusper-Panade

Die Sellerie schälen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Diese in Gemüsebrühe etwa 10 Minuten köcheln. Die Selleriescheiben sollen gar sein, aber noch Biss haben.
Zwischenzeitlich die Panade vorbereiten. Hierzu in einer Schüssel die beiden Eier verquirlen und in eine zweite Schüssel das Mehl mit Salz und Pfeffer geben. Die Walnüsse werden gehackt, die Cornflakes mit den Händen zerbröselt. Cornflakes und Walnüsse kommen in eine dritte Schüssel.
Nun werden die Selleriescheiben zuerst im Mehl, dann im Ei und zuletzt in der Walnuss-Cornflakes-Mischung gewälzt. Erhitzen Sie in einer großen Pfanne das Öl und braten Sie die panierten Selleriescheiben pro Seite ca. 3 Minuten.
Die goldbraunen Sellerieschnitzel schmecken sehr gut mit Ofenkartoffeln (und einem Klecks Ketchup…). Dazu passt ein knackiger Salat.

Vegane Variante:
Für eine vegane Variante verzichten Sie auf die Eier. Mischen Sie stattdessen 60 Gramm Weizenmehl Typ 550, Salz und Pfeffer mit 100 ml Wasser und bereiten Sie daraus einen glatten Teig. Die Selleriescheiben werden dann durch diesen Teig gezogen und anschließend in der Walnuss-Cornflakes-Mischung gewälzt.

Guten Appetit!

Horngurke (Kiwano) – stacheliger Frischekick

Horngurke (c) Thommy Mardo

Horngurke (c) Thommy Mardo

Zugegeben, die Horngurke (auch „Kiwano“) kannte ich bis vor kurzem auch nicht. Schade eigentlich, denn diese nicht alltägliche Frucht aus der Gattung der Kürbisgewächse ist ein echter Frischekick mit reichlich Geschmack. Die gut sortierten Gemüseläden mit einem Hang auch zum kleinen Sortiment außerhalb des Mainstream erhalten sie als Importware aus Israel und Neuseeland (versteckt sich da eine Kiwi im Namen Kiwano?), ihren Ursprung hat sie wohl in Afrika. Aber wachsen kann sie auch bei uns! Unter anderem im Garten des Mannheimer Fotografen Thommy Mardo, der mir welche zum Probieren überlassen hat.

Horngurke – vitaminreicher Frischekick im Stachelgewand

Horngurke (c) Thommy Mardo

Horngurke (c) Thommy Mardo

Der Name ist wahrlich Programm, denn die stachelige Horngurke beherbergt eine ordentliche Ansammlung von Hörnern auf harter Schale. Darunter verbirgt sich ein unglaublich fruchtiges und geschmacksintensives Innenleben, das man – ähnlich wie eine Kiwi – samt Kernen herauslöffeln kann. Und damit gleich eine ordentliche Portion Vitamin C nebst jeder Menge Nährstoffen und Spurenelementen. Die Schale selbst ist nicht essbar.
Wer sie selbst im Garten anbaut, kann außerdem noch die Blätter genießen. Als Tee aufgekocht erinnern sie leicht an jungen Spinat. Der Anbau lohnt sich übrigens, die Horngurke ist eine sehr anspruchslose Pflanze, die auch einen plötzlichen Kälteeinbruch verträgt, sich über eine Kanne Wasser im Sommer freut und ansonsten vor sich hin wächst.

Ja wie schmeckt sie denn?

saftiges Innenleben

saftiges Innenleben

Schneidet man eine Horngurke auf, wird man von einer Frischebrise empfangen. Sie duftet leicht zitronig, hat ein bisschen etwas von Melone und ein mildes Gurkenaroma. Mit zunehmendem Reifegrad kommt auch etwas Süße hinzu, die häufig an Banane erinnert. Im Geschmack ist sie mild und dabei aromenintensiv. Fruchtig und ohne Bitterstoffe. Das lädt zu einer ganzen Reihe an Verwendungsmöglichkeiten ein:

  • Salatdressing pikant
    Pürieren Sie doch einmal das Fruchtfleisch mit etwas weißem Balsamico und einem Tröpfchen hochwertigem Raps- oder Olivenöl, dazu frisch gemahlenen Pfeffer und wenig Salz, und verfeinern Sie Ihr Dressing mit etwas Honig oder Agavendicksaft und Kräutern wie beispielsweise Minze und Zitronenmelisse. Auf einen Rucola-, Wildkräuter- oder Feldsalat geträufelt und mit einer Fruchtkomponente versehen (z.B. mit Granatapfelkernen oder Orangenfilets) serviert, dürften Ihre Gäste ins Schwärmen geraten. Anstatt Honig oder Agavendicksaft passt auch ein Spritzer Gurken-Basilikum-Sirup (den gibt es von Mundart Gaumenkitzler u.a. auch in der Aroma Station).
  • Obstsalat-Dressing
    Pürieren Sie das Fruchtfleisch zusammen mit einem Spritzer Zitronensaft und etwas Apfelsaft. Dazu frisch geriebene Zitronen- oder Orangenschale, einen Hauch Macis oder Piment. Passt im Sommer hervorragend zu einer Mischung aus Erdbeeren, Stachelbeeren, Pfirsich oder Nektarine, Banane und Ananas. Und ganz toll fürs Auge: Drachenfrucht oder Kiwi.
    Im Winter geben Sie Ihr Dressing über einen Salat aus frischen Orangen. Geröstete Mandeln drüber und einen Klecks aufgeschlagene Kokosmilch oder Schlagsahne. Lecker.
  • Sirup
    Hierzu kochen Sie das Fruchtfleisch mit einem Stück Ingwer, Zitrone, Zucker und Wasser auf. Den Sirup mit etwas Minze verfeinert, und schon können Sie ihn für Limonaden verwenden, als Zugabe zu Smoothies, in einen Prosecco oder Riesling geben und vorsichtig dosiert auch mit einem guten Gin genießen.

Lange Haltbarkeit

Wer die Horngurke unreif erntet, kann sie bis zu einem Jahr an einem kühlen Platz (nicht im Kühlschrank) lagern. Vollreif hat sie dann eine orangefarbene Schale. Wenn die Stacheln weich werden, ist sie leider nicht mehr genießbar. Aber jede Wette – so lange überlebt keine Horngurke in Ihrem Haushalt…

Wer mal probieren mag, der bekommt sie im Salatdressing am 25.10.2017 auf unserem Mittagstisch, der Beilage zum Burger à la France!

Zusatzstoffe in Lebensmitteln – heiß diskutiert

Zusatzstoffe in Lebensmitteln, das war das Thema unseres Informationsabends am 27.09.2017 in der Aroma Station, das sehr lebhaft und durchaus kontrovers diskutiert wurde.

Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker & Co

Zusatzstoffe in Lebensmitteln - Buchtipp: Selbermachen statt kaufen

Buchtipp: Selbermachen statt kaufen

Fertigprodukte sind echte Hightech-Küchenhelfer, die den Alltag erleichtern. Dank ihrer langen Haltbarkeit sind sie oft Retter in der Not, fehlt die Zeit zum Einkaufen oder zur aufwändigen Küchenzauberei. Damit sie ihre Konsistenz nicht verändern und die Speisen auch garantiert gelingen, kommen sie natürlich nicht ohne entsprechende industrielle Hilfsmittel aus. Soßenpulver enthält Antiklumpmittel – schließlich soll es ja nicht zusammenpappen, Tomatenprodukte werden oft mit Zucker konserviert, Marmeladen behalten dank Zitronensäure ihre schöne Farbe, Suppen werden mit Geschmacksverstärkern aufgepeppt. Alles in allem kein Drama, all diese Stoffe sind zumeist seit vielen Jahren erprobt und als gesundheitlich unbedenklich eingestuft.

Verbrauchertäuschung?

Hierzulande gibt es klare Regeln, welche Angaben auf einem Etikett zu finden sein müssen. Und die Einhaltung dieser Kennzeichnungsverordnung wird auch strengstens überprüft, Verstöße geahndet. Als Verbraucher darf man davon ausgehen, dass nichts im Glas oder der Tüte zu finden ist, was nicht auch auf der Packung deutlich lesbar aufgeführt ist. Nämlich sämtliche Inhaltsstoffe (mengenmäßig in absteigender Reihenfolge) mit Hervorhebung möglicher Allergene (von denen es 14 Hauptgruppen gibt) sowie eine Nährwerttabelle (für alle verpackten Lebensmittel, die seit Januar 2017 produziert werden). Weiterlesen

Crown Prince oder es muss nicht immer Hokkaido sein

Kennen Sie Crown Prince? Nein? Ein Kürbis der besonderen Art, nach dem Ausschau zu halten sich wirklich lohnt. Dafür lassen Sie jeden Hokkaido liegen und sei er noch so lecker!

Crown Prince-Kürbis, fotografiert von Thommy Mardo

(c) Thommy Mardo

Der Crown Prince zählt zu den Schwergewichten unter den Kürbissen. Er kann 4 bis 8 kg schwer werden, hat eine mattgrüne, fein gerippte Schale mit leichtem Schimmer ins graublaue und ein saftiges, leuchtend orangefarbenes Innenleben. Wenn Sie einen Crown Prince zerteilen, begrüßt Sie sofort ein zarter und fruchtig-süßer Duft. Sein Fruchtfleisch bleibt übrigens auch nach dem Garen noch angenehm fest und lässt sich prima weiter verarbeiten. Mag man ihn noch mit etwas Biss, so ist er ein perfekter Kandidat für Aufläufe oder Gratins, beispielsweise in Kombination mit Kartoffeln oder Wurzelgemüse. Süß und leicht nussig im Geschmack, ist sein Aroma dennoch dezent und nicht hervorstechend. Wer Kürbis lieber cremig mag, kann auch problemlos ein Kürbispüree zubereiten, aus dem sich anschließend z.B. Cremes zaubern oder Kuchenteige verfeinern lassen.

Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit dem Fotografen Thommy Mardo  haben wir kürzlich einen Crown Prince aus seinem Garten zu einer Curry-Kürbis-Butter verarbeitet. Ein herrlicher Aufstrich, der hervorragend auf einem kräftigen, dunklen Brot, aber auch auf knusprigem Baguette schmeckt.

Der Crown Prince lässt sich übrigens im Kübel ziehen und kann nach seiner Ernte problemlos sogar noch 6-8 Monate gelagert werden. Starten Sie also ruhig einen gärtnerischen Genuss-Exkurs auf Ihrer Terrasse, sollten Sie keinen Garten haben. Lediglich etwas Platz braucht unser knackiger Freund, dann wird er auch Ihnen große Freude bereiten.

Über Freud und Leid des Gemüse-Gärtnerns im Innenhof oder auf der Terrasse sowie unsere Küchenpartys mit den „Früchten aus Thommys Garten“ halten wir Sie auch künftig auf dem Laufenden. Doch jetzt genießen Sie erst einmal eine feine Curry-Kürbis-Butter.

Rezept Curry-Kürbis-Butter mit Crown Prince

Zutaten

  • 1/2 oder 1 kleiner Kürbis (Hokkaido eignet sich ebenfalls)
  • 250 g zimmerwarme Butter
  • 1 TL Currymischung (Curry frisch zubereitet gibt es übrigens in der Aroma Station)
  • 1 TL Kurkuma
  • reichlich Pfeffer (frisch gemahlen)
  • Salz nach Geschmack
  • 1/4 TL Muskatnuss
  • Chiliflocken oder Cayennepfeffer, wenn man etwas mehr Schärfe möchte
  • evtl. 1 Knoblauchzehe, fein gehackt oder alternativ Bärlauchsalz

Zubereitung

frisch aus dem Ofen, (c) Thommy Mardo

(c) Thommy Mardo

Kürbis entkernen und vierteln. Mit der Schnittfläche nach oben auf ein Backblech legen und bei 200°C Ober-/Unterhitze (180°C Umluft) garen, bis er weich ist (ca. 20 Minuten). Die Ecken dürfen ruhig braun werden, das sorgt für ein feines Röstaroma.

Je nach verwendetem Kürbis entweder nun samt Schale weiter verarbeiten (z.B. Hokkaido) oder die Schale zunächst entfernen (Crown Prince).

Kürbis grob zerteilen und zusammen mit allen übrigen Zutaten entweder mit der Gabel zerdrücken oder mit dem Pürierstab fein zerkleinern.

Curry-Kürbisbutter (c) Thommy Mardo

(c) Thommy Mardo

Luftdicht in Gläser gefüllt, lässt sich die Kürbisbutter nun eine gute Woche lang im Kühlschrank aufbewahren. Wer einen Vorrat anlegt, kann sie auch portionsweise einfrieren.
Passt ausgezeichnet zu dunklem, kräftigen Brot oder zu frischem Baguette.

Guten Appetit!

Pflaumen – herbstlicher Gaumenschmeichler

Kaum sind die Sommerferien vorüber, machen sich auch schon die ersten herbstlichen Wetterboten bemerkbar – Zeit für einen besonderen Gaumenschmeichler: Pflaumen!

Die süßsauer-aromatischen, samtfarbenen, saftigen Pflaumen lassen uns wehmütige Sommersehnsuchtgefühle schnell vergessen und bescheren uns jede Menge mal lieblich-fruchtigen, mal würzig-herzhaften Genuss. Ein Gaumenschmeichler der besonderen Art ist sicherlich ein pikantes Pflaumen-Chutney, das bei seiner Zubereitung die Küche mit herrlichem Duft durchzieht und später auf dem Teller für ein feines Aromenspiel sorgt.

Pflaumen in bester Gesellschaft

Zutaten fürs Pflaumen-Chutney

Zutaten fürs Pflaumen-Chutney

Wie auch beim Johannisbeer-Chutney liegt das Geheimnis seines Geschmacks in den reifen Früchten, ausgesuchten Gewürzen und Geduld bei der Zubereitung. Unser gerade fertiggestelltes Herbst-Chutney besteht aus Pflaumen, Äpfeln, Ingwer, getrockneten Aprikosen, Rosinen (die ja nicht jeder mag, daher wurden sie zunächst in etwas Apfelsaft eingeweicht und anschließend fein püriert) und Zwiebeln. Hinzu kommen Sherry-Essig, Weißweinessig, Rohrohrzucker und etwas Salz. Für die Gewürzmischung wurden zunächst Pfefferkörner, Wacholderbeeren und Gewürznelken frisch gemahlen und anschließend mit Sumach und Piment gemischt.

Mit Geduld zum Genuss

ab in den Topf

ab in den Topf

Zunächst werden die Zwiebeln gedünstet, bis sie etwas Farbe angenommen haben. Anschließend kommt der Rohrohrzucker hinzu, der sich auflösen und karamellisieren soll. Etwa die Hälfte der vorbereiteten Gewürzmischung wird nun untergerührt und sorgt schon für die erste Aromenentwicklung. Danach kommen alle übrigen Zutaten in den Topf und köcheln dort nun so lange, bis die Flüssigkeit fast aufgebraucht ist und die pikante Mischung eine marmeladenartige Konsistenz entwickelt – gelegentliches Umrühren nicht vergessen, es soll ja nichts anbrennen. Das Chutney ist fertig, wenn der Kochlöffel eine deutliche Spur auf dem Topfboden hinterlässt. Nun noch den Rest der Gewürzmischung einrühren und abschmecken!

geduldig köcheln

geduldig köcheln

In heiße, vorbereite Gläser gefüllt, ist es ca. 9 Monate lang haltbar. Einmal geöffnet, sollte man es im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von ca. 2 Wochen verbrauchen. Aber keine Sorge, meistens ist man wesentlich schneller mit seinem Glas am Ende und darf sich schon auf das nächste freuen.

Der perfekte Begleiter

Pflaumen-Chutney

Pflaumen-Chutney

Übrigens entwickelt das Chutney im Lauf der nächsten 4 Wochen noch einen intensiveren Geschmack – das gilt für alle Chutneys, sie reifen quasi im Glas noch etwas. Unser herbstliches Pflaumen-Chutney passt hervorragend zu kurzgebratenem Fleisch, Wild, Lamm, geschmorten Auberginen, kräftigem Käse und orientalischen Reisgerichten.

Und wer keine Zeit oder Lust hat für die Zubereitung, der darf sich auf die gerade eben fertig gestellten Gläser freuen – ab Dienstag, 19.09.2017 sind sie im Regal zu finden.

Infoabend: Genießen ohne Zusatzstoffe

Genießen ohne Zusatzstoffe lautet das Thema unseres nächsten Infoabends, den wir am Mittwoch, dem 27.09.2017 wieder mit Frau Dr. Pfrang, Ärztin für Allgemeinmedizin – Homöopathie – in der Aroma Station veranstalten.

Vorgefertigte Lebensmittel erleichtern den Alltag

Viele Haushalte greifen heute auf eine Reihe vorgefertigter Lebensmittel zurück. Sie sind auf den ersten Blick relativ preiswert, man erlebt keine unliebsamen Überraschungen hinsichtlich des erwarteten Geschmacks oder der Konsistenz und sie kosten weniger Zeit beim Zubereiten. Eine schnelle Tütensuppe zwischendurch, das gelingsichere Soßenpulver, Bratlinge aus dem Kühlregal und viele andere Produkte erleichtern den Alltag.

Zusatzstoffe in Fertigprodukten

Allerdings sind diese Küchenhelfer nicht ohne Hightech und eine Menge Zusatzstoffe herzustellen. Untersuchungen haben ergeben, dass jeder Bundesbürger im Durchschnitt auf diese Weise acht Kilo Konservierungsstoffe im Jahr zu sich nimmt. Hinzu kommen Unmengen Von Farb- und Aromastoffen, Geschmacksverstärkern, Trennmitteln, Packgasen und Füllstoffen.

Unbedenklich oder schädlich?

Ein häufig verwendetes Antiklumpmittel, das dafür sorgt, dass sich die Konsistenz der Produkte nicht verändert – E551 Siliciumdioxid – ist bereits seit 50 Jahren im Einsatz. Wie alle anderen industriellen Zusatzstoffe in unseren Lebensmitteln, gilt auch dieses als völlig unbedenklich. Doch in jüngster Zeit haben Wissenschaftler eines Schweizer Nationalen Forschungsprogramms festgestellt, dass die Nanopartikel dieses Pulvers Entzündungsreaktionen im Darm hervorrufen können. Dies ist nur ein Beispiel. Denn immer häufiger erfahren Verbraucher, dass Bestandteile unserer Lebensmittel nach neueren Erkenntnissen doch nicht so gut tun, wie bisher angenommen.

Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Nicht jeder untersuchte Zusatzstoff sorgt sofort für Gesundheitsschäden, und kein gesunder Mensch muss befürchten nach dem Verzehr einer Tütensuppe zu erkranken. Denkt man allerdings über die Summe an Zusätzen nach, die man nicht verzehren würde, wenn man frisch kocht, stimmt dies doch nachdenklich. Denn die Liste der in der Lebensmittelindustrie verwendeten Zusatzstoffe ist fast unendlich. Wir schauen genauer hin.

Die Themen des Abends

  • Warum sollte man auf Zusatzstoffe verzichten?
  • Welche Zusatzstoffe verstecken sich in Fertigprodukten?
  • Welche Auswirkungen haben Zucker, Glutamate, Hefeextrakt, Konservierungsmittel und Stabilisatoren?
  • Sind Fertigprodukte preiswerter?
  • Alternativen für den Speiseplan – Kochen mit saisonalen Produkten, frischen Kräutern und eigenen Gewürzmischungen. Ideen für den Alltag.
  • Schnelle Küche aus dem Vorratsschrank

Natürlich verwöhnen wir Sie auch an diesem Abend mit kleinen Snacks aus unserer Küche.

Termin: Mittwoch, 27.09.2017 von 19.00 h bis 21.00 h
Ort: Aroma Station, Lameystr. 17, 68165 Mannheim
Preis: 15,00 Euro zu zahlen bei Anmeldung (entweder in der Aroma Station oder in der Praxis Dr. Pfrang in der Goethestr. 16a gegenüber Nationaltheater)
im Preis enthalten: Imbiss, Getränke, Rezepte, Infomappe, Antworten auf Ihre Fragen
Wir bitten um Reservierung.

Eine Übersicht weiterer Infoabende und Kochevents finden Sie auf unserer Event-Seite.

Sommerglück Tomate

Tomate (c) Thommy Mardo

(c) Thommy Mardo

Zwar brachte (vermutlich) Columbus die Tomate bereits um 1500 nach Europa (nachdem die Maya sie bereits 1000 Jahre lang kultiviert hatten), doch wusste man noch einige Jahrhunderte lang recht wenig mit ihr anzufangen, einmal abgesehen von einigen medizinischen Anwendungen. Mitte des 18. Jahrhunderts verzehrte man sie wohl schon in Italien, wie die Enzyclopaedia Britannica  zu berichten weiß, der Einzug in die deutsche Suppen-, Soßen- und Salatküche gelang ihr aber erst um 1900.

Heute ist sie von unseren Tellern nicht mehr wegzudenken, was irgendwann auch zu Massenanbau in Treibhäusern führte, um möglichst ganzjährig für Farbtupfer in unseren Gerichten zu sorgen. Schade eigentlich, dann so richtig wohlschmeckend ist eine Tomate nun einmal nur sonnengereift und frisch geerntet. Also am besten im Sommer aus dem Freilandanbau genießen oder einen Kübel auf den Balkon stellen und die aromatischen Gold-, Liebes- oder Paradiesäpfel dann ernten, wenn sie ihr volles Aroma entwickelt haben. Schmecken Sie den Unterschied!

Die Tomate: Sorten- und Zubereitungsvielfalt für jeden Geschmack

Tomate (c) Thommy Mardo

(c) Thommy Mardo

Tomate ist nicht gleich Tomate, die Vielfalt ist einfach unglaublich. Je nach Quelle schwanken die Angaben zwischen 2.500 und 7.000 verschiedenen Sorten. Da sollte wirklich für jeden Geschmack und bevorzugten Verwendungszweck etwas dabei sein.

Der eine schätzt sie als kleinen gesunden Snack direkt vom Strauch, im Salat, als Brotbelag, als Caprese mit Mozzarella, Balsamico, Olivenöl und Basilikum, als Soße zur Pasta, als Suppe oder als fruchtig-frischen Belag auf der Lieblingspizza. Der andere liebt sie in pikanten Curries, als Zutat in einem Chutney, als würzige Marmelade, in Form eines süß-pikanten Tomaten-Chili-Honig-Dressings oder getrocknet in einem mediterranen Brot. Eines meiner Lieblingsrezepte stammt aus Frankreich – die tarte aux tomates.

Tarte aux Tomates

Tomate französisch: tarte aux tomates

Tomate französisch: tarte aux tomates

Schwierig zuzubereiten ist sie nicht. Man benötigt nur etwas Geduld und vor allem gute Tomaten. Ich hatte das Glück einige besonders schmackhafte Exemplare aus dem Garten des Mannheimer Fotografen Thommy Mardo verwenden zu können – herzlichen Dank nochmals dafür! Wer keinen eigenen Garten (oder Hobbygärtner in der Bekanntschaft) hat, sollte unbedingt darauf achten, ausschließlich Freiland-Tomaten aus der näheren Umgebung zu kaufen. Es lohnt sich wirklich.

Gebacken wird die Tarte auf einem Mürbeteig. Den kann man natürlich fertig kaufen, aber das würde unseren wundervollen aromatischen Tomaten nicht gerecht. Ich bereite für pikante Tartes am liebsten einen aus 180 Gramm Mehl, 180 Gramm Frischkäse (am besten ungesalzen) und 90 Gramm gesalzener Butter (Zimmertemperatur) zu. Alle Zutaten verkneten und zu einer Kugel geformt, in Frischhaltefolie geschlagen, mindestens 2 Stunden (oder über Nacht) im Kühlschrank ruhen lassen und etwa 15 Minuten vor dem Verarbeiten wieder aus der Kühlung nehmen. Der Teig wird herrlich knusprig, ist aber im Rohzustand ziemlich klebrig, daher lege ich die Arbeitsfläche zunächst mit Frischhaltefolie aus und bedecke ihn mit Backpapier. Das Ausrollen zwischen Folie und Backpapier funktioniert prima und der Transport in eine mit etwas Mehl bestäubte Tarteform verläuft unfallfrei. Hierzu zuerst das Backpapier entfernen, den Teig in die Form stürzen und dann die Folie abziehen.

Zutaten für eine Tarte (Ø 26 – 28 cm):

  • Eine Portion Mürbeteig (s.o.)
  • 1 EL Senf (ich verwende den Kräutersenf aus der Heidelberger Senfmühle, erhältlich in der Aroma Station)
  • 75 g milden Bergkäse oder Gruyère
  • Ca. 5 mittelgroße, sonnengereifte Tomaten
  • Salz (ich verwende hierfür von KräuterGott „Kräuterzitrone“, erhältlich in der Aroma Station)
  • Frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer
  • Olivenöl
  • Frische Basilikumblätter

Zubereitung:

tarte aux tomates

Boden mit Käse überbacken

Die Tomaten werden in dünne Scheiben, das Basilikum in feine Streifen geschnitten und der Käse grob gerieben.

Die Tarteform mit etwas Mehl bestäuben und mit dem ausgerollten Mürbeteig auskleiden, anschließend mehrfach mit einer Gabel einstechen, damit der beim Backen keine Blasen bildet. Den überhängenden Teig nicht entfernen. Zunächst wird der Boden blind gebacken. Schneiden Sie daher aus Backpapier einen Kreis von 28 cm Durchmesser aus und legen Sie diesen auf den Teig. Darauf kommen nun entweder Backperlen (schwere Kügelchen aus dem Fachhandel, die man immer wieder verwenden kann) oder trockene Bohnen oder Linsen.

Geben Sie die Form nun für 15 Minuten in den auf 200 bis 220 Grad (Ober-/Unterhitze) vorgeheizten Backofen. Anschließend entfernen Sie die Backpapierschicht mit den Kügelchen und backen Sie den Boden für weitere 5 Minuten. Er soll leicht kross werden.

tarte aux tomates

Tomaten verteilen

Nehmen Sie die Form aus dem Ofen und entfernen Sie nun den Teigüberhang mit einem scharfen Messer. Nun wird der heiße Teigboden zunächst dünn mit dem Senf bestrichen und anschließend mit dem geriebenen Käse bedeckt. Backen Sie Ihre Tarte etwa 2 Minuten weiter. Der Käse soll verlaufen, aber nicht gebräunt sein. Der Boden wird auf diese Weise versiegelt.

Anschließend lassen Sie die Tarte auskühlen bevor sie mit den Tomatenscheiben ziegelförmig belegt wird. Man beginnt außen und arbeitet sich nach innen vor. Träufeln Sie etwas Olivenöl darüber und würzen Sie die Tomaten anschließend mit Pfeffer und dem Salz.

Die Tarte kommt nun wieder in den Ofen, wo sie nochmals ca. 25 Minuten backen muss. Sie ist fertig, wenn die Tomaten leicht karamellisieren.

Vor dem Servieren sollte Ihre Tarte auf Zimmertemperatur abgekühlt sein. Bestreuen Sie sie mit frischem Basilikum und genießen Sie das Sonnenaroma 🙂

Noch mehr Tomatenglück? Dann sollten Sie auch eine Pissaladière – einen Blechkuchen mit kräuterwürzigen Zwiebeln, frischen Tomaten und Oliven probieren.

Mundart-Sirup – Juwelchen aus Frucht und Kräutern

Mundart Sirup ab 16.08.2017 im Sortiment

Mundart Sirup

Sirup ist einfach nur süß? Weit gefehlt! Mit Gurke-Basilikum und Pfirsich-Lavendel haben zwei echte Juwelchen mit viel Geschmack den Weg in unser Regal gefunden. Übrigens 100% vegan und 100% regional.

Mundart-Sirup fördert regionalen Anbau

Diese einzigartigen Tröpfchen werden mit viel Liebe zum Detail in handwerklicher Arbeit in einem kleinen Familienbetrieb in der Eifel-Hunsrück-Region hergestellt. Früchte, Gemüse und Kräuter stammen aus regionaltypischem Anbau in Deutschland, der Lavendel, der den Pfirsich-Sirup abrundet, von einem ausgewählten Partner in der Mont Blanc-Region.

Gurke-Basilikum

Zartgrün und durchscheinend, aus knackigen Gurken aus Baden-Württemberg und der Diva unter den Kräutern, dem Basilikum, aus Thüringen hergestellt. Die Verwendungsmöglichkeiten dieses Sirups sind fast unbegrenzt.

  • zum Beispiel entsteht aus 250 ml Mineralwasser und 2 EL Sirup eine herrlich erfrischende Limonade, der ein Spritzer Zitrone noch besonderen Pfiff verleiht.
  • Oder einen Schuss Gurke-Basilikum mit ca. 350 g Joghurt verrühren, einen Spritzer weißen Balsamico, etwas Zitronensalz, frisch gemahlenen Pfeffer und eine Handvoll gehackter Gartenkräuter (z.B. Zitronenmelisse, Minze, Petersilie, Schnittlauch und Basilikum) dazugeben und fertig ist ein herrlich sommerliches Salatdressing, das jeden Blattsalat adelt.
  • Wie wäre es mit einem feinen grünen Smoothie? Eine Handvoll Spinat, Kopfsalat, etwas Minze und Petersilie, ein paar Blättchen Koriandergrün, einen halben Apfel und 1-2 EL Sirup mit Wasser aufmixen. Erfrischend, wohltuend und absolut genussreich.
  • Longdrink-Freunden schmeckt auch ein Glas Gin mit einem Spritzer Gurke-Basilikum-Sirup, einer Limettenscheibe und Tonic-Water.

Pfirsich-Lavendel

Dunkelrot und dickflüssig schimmert er in der Flasche. Seine Farbe bekommt er vom roten Weinbergpfirsich, der zwischen den Weinreben in steilen geschützten Riesling-Lagen am Rande des Moselufers wächst. Die Erntemenge dieser ganz besonderen altdeutschen Obstsorte ist streng limitiert, was den Sirup aus diesem Pfirsich zu einem ganz besonderen Erlebnis macht. Der Lavendel, der den Sirup fein abrundet wächst in einer Höhe von 1.000 bis 1.200 Metern am Fuße des Montblanc.

Pfirsichblüte an der Mosel

Pfirsichblüte an der Mosel
(c) www.mundart-sirup.de

    • Genießen Sie ihn als Limonade (s.o.)
    • oder verfeinern Sie Ihr Müsli mit 1-2 TL Pfirsich-Lavendel, eingerührt in 125 bis 250 ml Joghurt, Quark oder Milch und nach Belieben mit Obst oder Nüssen ergänzt.
    • Sie lieben Cupcakes? Träufeln Sie etwas Sirup auf ein cremiges Frosting ihrer Lieblings-Cupcakes!
    • Wie wäre es mit einem beerigen Obstsalat? Mischen Sie Beeren der Saison mit Pfirsich- oder Nektarinen-Würfeln und geben Sie ein Dressing aus etwas Pfirsich-Lavendel-Sirup, sowie Zitronen- und frisch ausgepressten Orangensaft darüber. Bestreut mit kurz gerösteten Mandelstiften und serviert mit cremig aufgeschlagener Kokosmilch haben Sie ein herrlich aromatisches Sommerdessert gezaubert.
    • Ein Schlückchen in Ehren… z.B. ein Glas Prosecco oder Riesling mit einem Spritzer Pfirsich-Lavendel-Sirup. Lecker!

Mundart-Sirup schmeckt nicht nur, er ist auch schön anzusehen. Liebevoll gestaltete Etiketten machen diese beiden Gaumenkitzler auch zum Augenschmaus. Ein perfektes Geschenk, schöne handgefertigte Karten haben wir natürlich ebenfalls und gerne verpacken wir Ihr Sirup-Juwelchen auch für Sie ein.