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Poffertjes – smakelijk

Poffertjes

Poffertjes

Wer bei all der weihnachtlichen Bäckerei einmal Appetit auf Abwechslung hat, dem schmecken sicherlich die kleinen, knubbeligen Poffertjes, eine niederländische Gebäckspezialität, die an unsere Pfannkuchen erinnert.

Poffertjes werden in den Niederlanden gerne bei Kindergeburtstagen serviert, fehlen aber auch in kaum einem Café auf der Karte und sind an etlichen Poffertjes-Ständen auf der Straße zu finden. Ebenso wie die Pannekoeken – Pfannkuchen in unglaublich vielen Varianten – kann man sie durchaus als eines von mehreren Nationalgerichten feiern. Eines sind sie auf jeden Fall: smakelijk – lecker!

Von Frankreich in die Niederlande

Angeblich stammen die kleinen Poffertjes aus Frankreich. Dort soll man sie bereits seit 1795 mit Genuss verzehrt haben. Über Kaufleute und andere Reisende verbreitete sich ihr Ruf letztlich bis in die Niederlande, wo man sich dieser leckeren Feinbäckerei gerne annahm und die Rezeptur noch verfeinerte. Vor allem auf Jahrmärkten fanden sich schnell begeisterte Abnehmer, die sich mit einer Portion Poffertjes stärkten und sich dabei am bunten Treiben erfreuten.

Wenige Zutaten, einfache Zubereitung

Poffertjes-Pfanne

Poffertjes-Pfanne

Um Poffertjes zu backen, braucht man nur wenige Zutaten. Man stellt einen recht dünnflüssigen Teig aus Mehl (im Original verwendet man je 1 Teil Weizen- und Buchweizenmehl), Eiern, Milch, Zucker, Hefe oder Backpulver und einer Prise Salz her. Anschließend gibt man den Teig entweder mit Kaffeelöffeln oder mit einer Dosierflasche in die eingefetteten Mulden einer heißen Poffertjes-Pfanne. Sobald die Unterseite leicht gebräunt ist, werden die Poffertjes mit einer Gabel oder zwei Kaffeelöffeln gewendet und weiter gebacken bis auch die zweite Seite gebräunt ist. Der Kern darf noch weich sein.

Wer eine handelsübliche Poffertjes-Pfanne verwendet, wird ein wenig experimentieren müssen. So kann es schon vorkommen, dass die im Zentrum befindlichen Poffertjes drohen zu verbrennen, während die äußeren etwas länger brauchen. Rasches Wenden und ein Herantasten an die richtige Temperatur sind wohl unumgänglich. Aber spätestens mit der 3. Füllung klappt es 😉

Serviert werden sie noch warm mit Puderzucker oder Zuckerrübensirup, wer mag gibt außerdem noch zerlassene Butter darüber. Reste, sofern vorhanden, schmecken auch kalt.

Poffertjes-Rezept

Zutaten:
150 g Mehl (Weizenmehl oder je die Hälfte Weizen und Buchweizen)
150 g Zucker
120 ml Milch
3 Eier (Größe M)
1 Päckchen Vanillezucker
1 Päckchen Backpulver
1 TL Zimt
Puderzucker zum Bestäuben
Butter oder Pflanzenöl für die Pfanne

Zubereitung:

Poffertjes mit Puderzucker

Poffertjes mit Puderzucker

Mehl, Backpulver und Zimt mischen. In einer Schüssel die Eier mit dem Zucker und dem Vanillezucker schaumig rühren, anschließend die Mehlmischung und zuletzt die Milch unterrühren. Lassen Sie den Teig etwa eine halbe Stunde quellen bevor er gebacken wird.
Zum Backen die Poffertjes-Pfanne erhitzen und mit Butter oder Pflanzenöl ausfetten. Den Teig portionsweise in die Mulden geben und von jeder Seite hellbraun backen. Zum Wenden eignen sich entweder 2 Kaffeelöffel oder eine langstielige zweizinkige Gabel. Die Poffertjes müssen nicht durchgebacken werden, der Kern darf ruhig noch weich sein.
Warm servieren und mit Puderzucker bestreuen, evtl. zusätzlich zerlassene Butter darüber geben. Statt Puderzucker schmeckt auch Zuckerrübensirup gut dazu.

Guten Appetit – Eet smakelijk

Horngurke (Kiwano) – stacheliger Frischekick

Horngurke (c) Thommy Mardo

Horngurke (c) Thommy Mardo

Zugegeben, die Horngurke (auch „Kiwano“) kannte ich bis vor kurzem auch nicht. Schade eigentlich, denn diese nicht alltägliche Frucht aus der Gattung der Kürbisgewächse ist ein echter Frischekick mit reichlich Geschmack. Die gut sortierten Gemüseläden mit einem Hang auch zum kleinen Sortiment außerhalb des Mainstream erhalten sie als Importware aus Israel und Neuseeland (versteckt sich da eine Kiwi im Namen Kiwano?), ihren Ursprung hat sie wohl in Afrika. Aber wachsen kann sie auch bei uns! Unter anderem im Garten des Mannheimer Fotografen Thommy Mardo, der mir welche zum Probieren überlassen hat.

Horngurke – vitaminreicher Frischekick im Stachelgewand

Horngurke (c) Thommy Mardo

Horngurke (c) Thommy Mardo

Der Name ist wahrlich Programm, denn die stachelige Horngurke beherbergt eine ordentliche Ansammlung von Hörnern auf harter Schale. Darunter verbirgt sich ein unglaublich fruchtiges und geschmacksintensives Innenleben, das man – ähnlich wie eine Kiwi – samt Kernen herauslöffeln kann. Und damit gleich eine ordentliche Portion Vitamin C nebst jeder Menge Nährstoffen und Spurenelementen. Die Schale selbst ist nicht essbar.
Wer sie selbst im Garten anbaut, kann außerdem noch die Blätter genießen. Als Tee aufgekocht erinnern sie leicht an jungen Spinat. Der Anbau lohnt sich übrigens, die Horngurke ist eine sehr anspruchslose Pflanze, die auch einen plötzlichen Kälteeinbruch verträgt, sich über eine Kanne Wasser im Sommer freut und ansonsten vor sich hin wächst.

Ja wie schmeckt sie denn?

saftiges Innenleben

saftiges Innenleben

Schneidet man eine Horngurke auf, wird man von einer Frischebrise empfangen. Sie duftet leicht zitronig, hat ein bisschen etwas von Melone und ein mildes Gurkenaroma. Mit zunehmendem Reifegrad kommt auch etwas Süße hinzu, die häufig an Banane erinnert. Im Geschmack ist sie mild und dabei aromenintensiv. Fruchtig und ohne Bitterstoffe. Das lädt zu einer ganzen Reihe an Verwendungsmöglichkeiten ein:

  • Salatdressing pikant
    Pürieren Sie doch einmal das Fruchtfleisch mit etwas weißem Balsamico und einem Tröpfchen hochwertigem Raps- oder Olivenöl, dazu frisch gemahlenen Pfeffer und wenig Salz, und verfeinern Sie Ihr Dressing mit etwas Honig oder Agavendicksaft und Kräutern wie beispielsweise Minze und Zitronenmelisse. Auf einen Rucola-, Wildkräuter- oder Feldsalat geträufelt und mit einer Fruchtkomponente versehen (z.B. mit Granatapfelkernen oder Orangenfilets) serviert, dürften Ihre Gäste ins Schwärmen geraten. Anstatt Honig oder Agavendicksaft passt auch ein Spritzer Gurken-Basilikum-Sirup (den gibt es von Mundart Gaumenkitzler u.a. auch in der Aroma Station).
  • Obstsalat-Dressing
    Pürieren Sie das Fruchtfleisch zusammen mit einem Spritzer Zitronensaft und etwas Apfelsaft. Dazu frisch geriebene Zitronen- oder Orangenschale, einen Hauch Macis oder Piment. Passt im Sommer hervorragend zu einer Mischung aus Erdbeeren, Stachelbeeren, Pfirsich oder Nektarine, Banane und Ananas. Und ganz toll fürs Auge: Drachenfrucht oder Kiwi.
    Im Winter geben Sie Ihr Dressing über einen Salat aus frischen Orangen. Geröstete Mandeln drüber und einen Klecks aufgeschlagene Kokosmilch oder Schlagsahne. Lecker.
  • Sirup
    Hierzu kochen Sie das Fruchtfleisch mit einem Stück Ingwer, Zitrone, Zucker und Wasser auf. Den Sirup mit etwas Minze verfeinert, und schon können Sie ihn für Limonaden verwenden, als Zugabe zu Smoothies, in einen Prosecco oder Riesling geben und vorsichtig dosiert auch mit einem guten Gin genießen.

Lange Haltbarkeit

Wer die Horngurke unreif erntet, kann sie bis zu einem Jahr an einem kühlen Platz (nicht im Kühlschrank) lagern. Vollreif hat sie dann eine orangefarbene Schale. Wenn die Stacheln weich werden, ist sie leider nicht mehr genießbar. Aber jede Wette – so lange überlebt keine Horngurke in Ihrem Haushalt…

Wer mal probieren mag, der bekommt sie im Salatdressing am 25.10.2017 auf unserem Mittagstisch, der Beilage zum Burger à la France!

Sizilianische Küche mit Herz und Leidenschaft

Sizilianische Küche mit Herz und Leidenschaft – so lautet das Thema unserer neuen Kochevents am 14.10.2017 und 11.11.2017.

Margheritas sizilianische Küche

Margheritas sizilianische Küche

La dolce vita – kochen mit Herz und Leidenschaft, sizilianische Verführungen aus besten Zutaten, dabei schnell und einfach zubereitet, darauf freuen wir uns mit der „cucina siciliana del cuore“. Durch den Abend führt uns Margherita Carusotto, die das Kochen mit allen Sinnen von der Mama übernommen und mit eigenen Ideen verfeinert hat. Lassen Sie sich verführen von den Kräutern des Südens, feinstem Olivenöl und jeder Menge Leidenschaft.
Gemeinsam bereiten wir ein köstliches vegetarisches Menü in echt sizilianischer Tradition, das wir anschließend – natürlich bei einem schönen sizilianischen Rotwein – zusammen genießen. Alle Rezepte gibt es wie immer zum Nachkochen für daheim, außerdem Hinweise darauf, wo man die besten italienischen bzw. sizilianischen Zutaten bekommen kann.sizilianische Küche 02

Für die beiden Abende hat sich Margherita Carusotto ganz besondere Köstlichkeiten einfallen lassen, mit denen sowohl absolute Kochanfänger als auch versierte Kochlöffelschwinger künftig für glückliche und überraschte Gesichter an der heimischen Tafel sorgen können.

Sizilianische Küche – Menü am 14.10.2017

  • Dreierlei Buscette mit aromatischen Oliven, eingelegten Artischocken und herzhaftem Käse
  • Pasta con Melenzane mit gereiften Ricottakäse
  • Cannoli siciliani – mit einer zarten Creme gefüllte Hörnchen

Sizilianische Küche – Menü am 11.11.2017

  • Orangensalat aus frisch geernteten sizilianischen Orangen
  • Risotto mit frischen Artischocken
  • Frittata di Carciofi – ein Omelette  mit Artischocken
  • Torrone di Mandorle siciliano – Mandeln  mit Honig

Anmeldung

Mandeln mit Honig

Mandeln mit Honig

Die Abende können einzeln oder als Paket gebucht werden. Anmeldung und Vorkasse erforderlich – entweder direkt in der Aroma Station, Lameystr. 17, 68165 Mannheim (Di – Fr 10.00 h bis 19.00 h und Sa 10.00 h bis 14.00 h) oder per email an info@aromastation.de (Rechnungsadresse bitte angeben).

Preis pro Abend: pro Person 59,00 € (Zweierkarte 50,00 € / Person)

Im Preis enthalten: alle Zutaten, gemeinsame Zubereitung unter Anleitung von Margherita Carusotto, Rezepte für daheim, Einkaufstipps, Getränke und gemeinsamer Verzehr

Termine: Samstag, 14.10.2017 und Samstag, 11.11.2017 jeweils von 17.00 h bis 20.00 h

Alle weiteren Veranstaltungen finden Sie auf der Event-Seite

Sandwich oder Panini im New York-Style

Panini? Sandwich? Klingt nach langweiligem Toast Hawaii? Weit gefehlt! Wir bereiten einen herrlich aromatischen Belag für Ihre gegrillten oder in einer Pfanne gebratenen Brotscheiben – im New York-Style.

Vielseitige amerikanische Küche

Vielseitige Küche? Kein Witz. Wer jetzt nur an Steaks, XXL-Burger, trockene Salatblättchen für magersüchtige Hollywood-Models oder übermäßig süße Gebäckteilchen denkt, der irrt gewaltig. Die amerikanische Küche ist so vielseitig, wie der Kontinent groß ist. Bei unserer kulinarischen Weltreise 2015 haben wir beispielsweise die „California Cuisine“ kennengelernt, die dank der Beharrlichkeit von Alice Waters, die sich für regionale, nachhaltig und umweltverträglich angebaute Lebensmittel einsetzte, bereits in den 1960er Jahren ihren Ursprung hat. Im Lauf der Jahre und Jahrzehnte entwickelte sich daraus eine ausgesprochen kreative und leichte Küche, die sich auch mit unseren heimischen Produkten bestens umsetzen lässt.
Bei einem späteren kulinarischen Streifzug durch die USA entdeckten wir weitere herrliche Gerichte, sowohl aus der Südstaatenküche, die unglaublich geschmacksintensiv ist, als auch aus etlichen anderen Regionen der Vereinigten Staaten, wo sich dank unzähliger Einwanderer aus allen Ländern deren traditionellen Küchengeheimnisse mit denen der jeweiligen Ur-Einwohner mischten.
Die „nouvelle American“, die moderne amerikanische Küche, hat sich mittlerweile einen Platz in der gehobenen Gastronomie erobert. Hier werden die Aromen der verschiedenen amerikanischen Multi-Kulti-Küchen häufig mit denen der molekularen Gastronomie verbunden. Entstanden ist eine neue Art von Fusionsküche. In den großen Metropolen haben sich eigene Standards entwickelt.

New York Küche

Im brodelnden New York finden viele Menschen nur wenig Zeit für aufwändige Zubereitungen. Zudem sind die Quadratmeterpreise enorm, die Wohnungen dafür recht klein und die Küchen entsprechend winzig und wenig nutzerfreundlich. In ihrem Küchenblog beschrieb die Autorin einmal, dass ihre Freundin, als sie selbst sich entschied nach New York zu ziehen, auf ihre Ratlosigkeit hin erklärte, dass man in den Backöfen am besten seine Pullover aufbewahre. Kochen sei kein Muss, schließlich gäbe es an jeder Ecke ein Restaurant oder einen Imbiss.

Mittags wird oftmals im Deli gegessen oder man besorgt sich ein Sandwich für unterwegs. Um den Hunger der Eilenden zu stillen, bietet New York jede Menge Abwechslung. Nahezu jede Nationalität und deren Küchentradition dürfte vertreten sein. Heute italienisch, morgen kreolisch, übermorgen indisch oder japanisch. Wer es sich leisten kann, geht abends essen. Wer daheim bleibt, bevorzugt zumeist eine schnelle und unkomplizierte Küche. Doch auch die kann lecker sein und muss nicht nur aus Tiefkühlpizza oder einem Mikrowellengericht bestehen. Ein Beispiel dafür sind pfiffig belegte und gegrillte Sandwiches, die sich beliebig variieren lassen. Einer unserer Favoriten wird mit karamellisierten roten Zwiebeln und mildwürzigem Käse zubereitet. Und das funktioniert auch in der kleinsten Küche.

Rezept Sandwich mit süßsauren roten Zwiebeln

Zutaten für 2 Sandwiches oder Paninis

  • 4 Scheiben kräftiges Bauernbrot oder 2 Panini
  • etwas gesalzene Butter
  • ca. 85 g frisch geriebener Käse (besonders gut schmeckt eine Kombination aus Pecorino, Bergkäse und Emmentaler)
  • je 1 EL Olivenöl und Butter
  • 1 große oder 2 kleine rote Zwiebeln, dünn in halbe Ringe geschnitten
  • 2 TL brauner Zucker
  • 1 EL dunkler Aceto Balsamico
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

Sandwich / Panini im New York Style

Sandwich / Panini im New York Style

Zunächst das Olivenöl mit der Butter erhitzen und die Zwiebeln darin bei mittlerer Temperatur einige Minuten dünsten. Anschließend braunen Zucker und Salz zufügen und etwa 10 Minuten garen. Der Zucker sollte vollständig aufgelöst sein. Umrühren nicht vergessen! Sind die Zwiebeln weich, werden Balsamico und frisch gemahlener Pfeffer untergerührt. Lassen Sie die Mixtur noch etwa 2-3 Minuten auf der Herdplatte, sie soll etwas eindicken.

Panini im New York Style - Fertigstellung der Zwiebelmischung

Fertigstellung der Zwiebelmischung

Sobald sie etwas abgekühlt ist, kann sie in einem verschlossenen Glas im Kühlschrank aufbewahrt werden. Die Zwiebeln sind etwa 5 Tage gut haltbar.

Für Ihr Sandwich werden nun die Brotscheiben mit gesalzener Butter bestrichen. Geben Sie etwas Zwiebelmischung auf die nicht gebutterte Seite, darauf geriebenen Käse und darauf eine weitere Brotscheibe – wieder mit der nicht gebutterten Seite nach innen.

Erhitzen Sie eine Pfanne mit schwerem Boden, legen Sie die Sandwiches hinein (die gebutterten Seiten sind außen) und braten Sie sie knusprig und goldbraun von beiden Seiten (pro Seite ca. 5 Minuten).

Wenn Sie gleich eine ganze Familienladung servieren möchten, geben Sie die fertig gebratenen Sandwiches auf ein Backblech und halten Sie sie bei 90°C Ober-/Unterhitze oder 70°C Umluft warm.

Sollten Sie Panini bevorzugen, bestreichen Sie deren Innenseiten lediglich mit etwas Olivenöl, füllen Sie sie mit Zwiebeln und Käse und grillen Sie sie auf einem Kontaktgrill oder im Backofen.

Enjoy!

Lust auf ein weiteres Rezept aus der amerikanischen Küche? Dann sollten Sie unbedingt einen Cobbler ausprobieren – ein Dessert aus dem Ofen, passt auch auf die Kaffeetafel.

Pissaladière – (Zwiebel-)Genuss auf Französisch

Pissaladière

Pissaladière

Liebt man die französische Küche, kommt man an einer Pissaladière nicht vorbei. Schon einmal probiert?

Nein, kein profaner Zwiebelkuchen – hier kommen noch sonnenreife Tomaten, frischer Thymian und vollaromatische Oliven auf den zarten Hefeboden! Wer mag, packt auch noch ein paar Sardellen dazu. Und ein Klecks Senf sollte auch nicht fehlen.

Schwierig zuzubereiten ist er nicht, der Gaumenschmaus von der Côte d’Azur, wenn auch der Weg zum Genuss zunächst ein tränenreicher ist.

Wenn alle Tränlein fließen

Zwiebeln für die Pissaladière

Zwiebeln, Zwiebeln, Zwiebeln

Natürlich könnte man auch eine Küchenmaschine verwenden. Aber das Auge isst bekanntlich mit, und da schauen halbe Ringe einfach schöner aus, als zerschredderte Zwiebelstückchen, die eine herkömmliche Maschine produziert. Und da man für 4 Portionen ein ganzes Kilogramm Zwiebeln verarbeitet, kommt beim ordentlichen Ringlein schneiden einiges an Tränenflüssigkeit zusammen. In meinem Fall dürfte das in etwa der benötigten Zwiebelmenge entsprechen.

Tipps zum Vermeiden dieser Sturzbäche gibt es einige. Brot kauen während dem Schneiden, einen Schluck Wasser im Mund behalten, die Zwiebel vorher kalt abspülen, von der Zwiebel wegatmen, das Wurzelende erst ganz am Schluss zerschneiden,… Ich habe alles probiert und mich damit abgefunden – ohne Tränen kein Genuss. Sind sie erst einmal vorbereitet, hat die Heulerei ein Ende und der Spaß beginnt.

Leicht vorzubereiten

Thymian zufügen

Thymian zufügen

Das Schöne an einer Pissaladière ist, dass sie sich prima vorbereiten lässt. Alle Schritte können am Vortag erledigt werden, wenn der Genuss erst für den nächsten Tag geplant wird, die Zeit für die Zubereitung aber knapp werden könnte.
Der Boden besteht aus Hefeteig. Und den kann man mittels eines Kaltansatzes getrost über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Einfach alle benötigten Zutaten verkneten, in eine Schüssel mit Deckel geben und ab in den Kühlschrank. Am nächsten Tag wird er wie gewohnt ausgerollt, belegt und gebacken.

Oliven zerkleinern

Oliven zerkleinern

Auch die tränenreiche Zwiebelmischung lässt sich vorbereiten. Schneiden, dünsten, würzen und in eine Dose geben. Im Kühlschrank kann sie dann auf ihren Einsatz warten. Die Oliven zerkleinere ich meist auch schon vorab. Lediglich die Tomaten sollte man erst unmittelbar vor dem Belegen in Scheiben schneiden, sonst ziehen sie zu viel Wasser.

Rezept Pissaladière mit Tomaten

Zutaten für 4 Portionen

  • 300 g Weizenmehl (man kann auch Dinkel- und Weizenmehl mischen)
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1/2 TL Salz für den Teig + 1/2 TL Salz für die Zwiebeln
  • 3 EL Olivenöl für den Teig + 3 EL Olivenöl für die Zwiebeln
  • 1 kg Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen oder 1-2 TL Bärlauchsalz (von KräuterGott, erhältlich auch in der Aroma Station)
  • 1/2 Bund Thymian
  • Frisch gemahlener Pfeffer
  • 3 Tomaten
  • 6 Sardellenfilets (optional, ich lasse sie weg)
  • 1 EL Senf (z.B. Dijon-Senf oder einen milden Kräutersenf – ich verwende einen von der Heidelberger Senfmühle, gibt es natürlich auch in der Aroma Station)
  • 3 EL schwarze Oliven (entsteint)

Zubereitung

  • Aus dem Mehl, 1/2 TL Salz, der Trockenhefe, 175 ml lauwarmem Wasser und 3 EL Olivenöl den Teig für den Boden kneten. Entweder über Nacht im Kühlschrank gehen lassen oder, wenn er gleich weiterverarbeitet werden soll, an einem warmen Ort etwa 60 Minuten gehen lassen.
  • Die Zwiebeln werden in feine halbe Ringe geschnitten. Sofern Knoblauch verwendet wird, diesen abziehen, in dünne Scheiben schneiden und zu den Zwiebeln geben.
  • Thymian abbrausen, trocken tupfen und die Blättchen abzupfen.
  • Das restliche Öl erwärmen, die Zwiebeln samt Knoblauch bzw. Bärlauchsalz in die Pfanne geben (ich verwende meist einen Wok), mit 1/2 TL Salz und reichlich frisch gemahlenem Pfeffer würzen und bei mittlerer Temperatur und geschlossenem Deckel ca. 20 Minuten dünsten. Dabei gelegentlich umrühren, damit nichts am Topfboden hängen bleibt.
  • Anschließend den Thymian unterrühren und weitere 10 Minuten garen. Der Deckel bleibt jetzt weg. Die Zwiebeln dürfen leicht braun werden. Regelmäßiges Umrühren nicht vergessen, damit sie nicht anbrennen.
  • Oliven und – sofern verwendet – Sardellenfilets klein schneiden, Tomaten waschen und in dünne Scheiben schneiden.
  • Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze (oder 180°C Umluft) vorheizen.
  • Das Backblech mit Backpapier auslegen, den Teig ausrollen und das Backblech damit auskleiden. Den Senf dünn auf den Teig streichen und anschließend mit den Zwiebeln belegen. Tomaten, Oliven (und die möglicherweise verwendeten Sardellen) darauf verteilen.
  • Zuletzt noch etwas Kräutersalz (Tipp: Kräutersalz „mediterran“ von KräuterGott und frisch gemahlenen Pfeffer über die Tomaten geben.
  • Im vorgeheizten Ofen auf der unteren Schiene etwa 30 Minuten backen und heiß oder kalt genießen.

Tipp: statt Dijon- oder Kräutersenf kann man auch einen fruchtigen Senf verwenden. Probieren Sie doch einmal Traubensenf! Den gibt es auch aus der Heidelberger Senfmühle. Er harmoniert hervorragend mit den würzigen Zwiebeln. Die Pissaladière ist ein Sommergericht. Unbedingt sonnengereifte Tomaten frisch vom Strauch verwenden. Es lohnt sich.

Bon appétit!

Sie lieben Tomaten? Dann probieren Sie unbedingt auch die tarte aux tomates. Ebenfalls französisch. Und sommerlich aromatisch.

Kaffee Baharat – Willkommen im Café Oriental

Fernweh? Müde Lebensgeister? Dann reisen Sie mit uns ins Café Oriental  😉
Nach Tonkabohne und feinen Rosenknospen hat nämlich auch eine neue arabische Gewürzmischung Baharat (wieder) den Weg in unser Gewürzregal gefunden.

Pikante Würzmischung

Baharat ist eine im arabischen Raum weit verbreitete Gewürzmischung, die ihren Ursprung in Persien hat. Ähnlich wie bei Currypulver oder Ras el Hanout gibt es auch hier unterschiedliche Zusammensetzungen. Baharat wird zum Würzen von Gerichten mit Lamm oder Hackfleisch, Fisch und Couscous verwendet, aber zunehmend auch für die orientalische Gemüseküche entdeckt. Für diese pikanten Gerichte verwendet man zumeist eine  Gewürzmischung aus schwarzem Pfeffer, Paprika, Koriander, Nelken, Cumin, Kardamom, Muskat und Zimt.

Kaffee Baharat

Cezve-Mokkakännchen

Cezve-Mokkakännchen

Eine persische Spezialität ist der Kaffee Baharat, ein gewürzter Mokka (im Bild in einem Cezve-Kännchen zubereitet). Hier würde das Paprika die Kaffeeharmonie eher stören, daher verwendet man für diese Zwecke andere Geschmackskompositionen. Unser neues Baharat besteht aus Kardamom, Zimt, Nelken, Piment, Muskatnuss, Bourbonvanille und Pfeffer und ist bei uns bereits ab 10 Gramm erhältlich, auf Wunsch in einer passenden Aroma-Dose. Es veredelt Kaffee, Espresso, Cappuccino, arabischen Kaffee und heiße Schokolade und verfeinert Desserts, wie Mousse au Chocolat oder Tiramisu. Unser Tipp: Mokka-Cupcakes „Baharat“ (Rezept siehe unten).
Cezve-Kännchen gibt es in der Aroma Station, Kaffee Baharat lässt sich aber auch mit dem Siebträger, im Kaffee-Vollautomaten oder mit einem Espressokocher problemlos zubereiten.

Special aus der Kaffeebar

Übrigens: vom 24.01. bis 28.01. verwöhnt Stefanie von der Kaffeebar mit Espresso Macchiato „Baharat“ zum Aktionspreis. Genießen Sie milden Hochlandkaffee „Brazil“ von Masterbean – von Hand gepflückte sortenreine Arabica-Bohnen, hell geröstet, weich und sehr harmonisch. Gebrüht mit dem feinen Baharat und getoppt mit einem Häubchen aus geschäumter und cremiger Milch, alternativ Sojamilch. Weckt die Lebensgeister am Morgen,  ist der perfekte Abschluss zum Mittagstisch, belebt und sorgt für wohlige Stimmung am Nachmittag. Wir sehen uns?

Rezept Mokka-Cupcakes „Baharat“

Zutaten für 12 Stück:
2-4 EL Baileys (alternativ Rum)
100 ml Espresso (etwas abgekühlt)
85 g Zartbitterschokolade (grob gehackt)
20 g ungesüßtes Kakaopulver
125 g Weizen- oder Dinkelmehl
150 g Zucker
1/2 TL Salz
1 TL Backpulver
6-8 EL Raps- oder Sonnenblumenöl
2 Eier
2 TL Essig
1 TL gemahlene Vanille
2 TL Baharat-Gewürzmischung

Zubereitung:
Ofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Schokolade im Wasserbad schmelzen. Kakaopulver, Mehl, Zucker, Salz Backpulver, gemahlene Vanille und Baharat mischen. Öl, Eier, Essig verrühren, Espresso und Baileys dazugeben und mit der Mehlmischung und der geschmolzenen Schokolade gut vermengen. Ein Muffinblech mit Förmchen auskleiden und mit dem Teig befüllen. Im vorgeheizten Ofen etwa 15 bis 20 Minuten backen. Die abgekühlten Muffins mit etwas Baharat und Puderzucker bestreuen oder ein Frosting aus 225 g Frischkäse, 110 g Butter, 150 g Puderzucker, gemahlener Vanille und 2 TL Instant-Kaffee-Pulver anrühren und mit einer Spritztülle auf die Muffins geben. Zum Schluss etwas Bahrat darauf streuen und genießen.

 

Kulinarische Reisetipps – Mehr als nur ein Kochbuch

Kochbuch gesucht? Neu im Sortiment sind unsere kulinarischen Reisetipps, wahre Schätze unter den Koch- und Reisebüchern. Nicht wegen ihres hohen Preises – unsere Schätzchen liegen alle zwischen 3,99 Euro und 29,99 Euro – sondern wegen ihres Inhalts und ihrer Aufmachung. Da macht das Stöbern richtig Spaß. Doch Vorsicht: neben der Kochlust wächst das Fernweh, wird die Sehnsucht nach einem Frankreich-Trip, einer Reise ans Mittelmeer oder gen Fernost  geradezu übermächtig. Aber keine Angst, wir haben vorgesorgt und gleich einen ganz wundervollen Reiseführer mit dazu gelegt, um die größte Reisesehnsucht zu mildern. Der eröffnet Ihnen nämlich Reiseziele, die Sie problemlos an einem Wochenende erreichen und genießen können. Und wir wären nicht die Aroma Station, wenn uns nicht auch die schönsten kulinarischen Empfehlungen aufgefallen wären.

36 Hours – 125 Wochenenden in Europa

heißt der Sehnsuchtstiller aus dem Taschen-Verlag. Damit gelingen garantiert Ihre Kurztrips. Egal, ob sie in mondäne Metropolen oder zu weniger bekannten Zielen führen. Fast 800 Fotos, die größtenteils aus dem Archiv der New York Times stammen, erlauben den Blick auf einige der schönsten Plätze Europas. Ungefähr 500 Restaurantempfehlungen machen schon einmal Appetit auf Rentierspieß in Reykjavik, Risotto mit Auberginen-Parmesan-Auflauf in Rom oder Gurkencremesuppe im irischen Cork. Detaillierte Stadtpläne helfen Ihnen, die gewünschten Ziele auch vor Ort zu finden. Und da gibt es eine ganze Menge Vorschläge, wie Sie Ihre Zeit vor Ort optimal nutzen können…

Über 100 Rezepte für kulinarisches Fernweh

Pistazienkuchen mit Granatapfelkernen

Pistazienkuchen mit Granatapfelkernen

hat Rachel Khoo gesammelt. „Mein Küchentagebuch“ hält dieses Versprechen. Versprochen! Rachel Khoo ist die Tochter einer Mutter aus Österreich und eines Vaters aus Malaysia. Aufgewachsen in Bayern und London, studiert in Paris und auch ansonsten weit in der Welt herumgekommen. Ihre kulinarischen Fundstücke hat sie in diesem wunderschön illustrierten Küchentagebuch zusammengetragen und dabei die Gerichte so angepasst, dass sie sich mit gängigen Zutaten zubereiten lassen. In der Aroma Station haben wir schon einiges ausprobiert und sind begeistert. Erinnern Sie sich an den Pistazienkuchen mit Granatapfelkernen ? Stammt aus eben diesem Buch 🙂

Vegetarische Rezepte mit Mittelmeerflair

und zwar genau 125, schenkt uns Yotam Ottolenghi in „Genussvoll vegetarisch“. Seine Gerichte begeistern übrigens auch jeden Fleischesser! Yotam Ottolenghi  hat vier Restaurants in London, die zu den Kultadressen der Metropole zählen. In seine Rezepte fließen neben mediterranen auch orientalische Geschmacksrichtungen ein. Das Ergebnis sind durchweg raffinierte Speisen, die sich in jeder Küche auch von wenig erfahrenen Köchen zaubern lassen. Alleine das Blättern lässt schon das Wasser im Mund zusammen laufen. Ich glaube, ich muss demnächst unbedingt Sellerie und Linsen mit Haselnüssen und Minze (Seite 216) ausprobieren…

Traditionell inspiriert – aufregend anders

sind über 130 Schwarzwälder Tapas-Rezepte. Geschrieben von Genießern für Genießer. Und zwar von zwei der besten Hobbyköche Deutschlands, die als solche bereits zwei mal den Cooking Cup gewonnen haben. Mit ihren „Schwarzwälder Tapas“ verknüpfen Verena Scheidel und Manuel Wassmer Experimentierfreude und Bodenständigkeit. Herausgekommen sind z.B. mit Bergkäse gefüllte Schwabensäckle, falsche Hasenohren im Karottensalat, schwäbische Käsespätzle im Pilzkopf, Schwarzwälder Sushi und vieles mehr. Schön ist das Inhaltsverzeichnis mit übersichtlicher Kennzeichnung „einfach“, „anspruchsvoll“, „Hits für Kids“, „vegetarisch“ und „vegan“.

„Schon oft hat das Lesen eines Buches jemandes Zukunft beeinflusst“ äußerte Ralph Waldo Emerson (1803 – 1882). Also ich bin mir sicher, spätestens mit diesen Kochbüchern wandelt sich der Kochmuffel zum Kochlöffelschwinger. Glauben Sie nicht? Kommen Sie, schauen Sie und wenn Sie mögen, kaufen Sie. Übrigens: am 14.02. ist Valentinstag. Nur für den Fall, dass Sie für ihn oder sie noch ein Geschenk suchen… Und neben praktischer Unterstützung erhalten Sie bei uns auch eine ganze Reihe bester Zutaten für Ihr Kocherlebnis, z.B. Gewürze, Salze, Öle, Essige, Senfe, Honig und einiges mehr.

Bücher in der Aroma Station

Bücher in der Aroma Station

P.S.: Natürlich können Sie unsere Buchempfehlungen auch bei den bekannten Online-Buchhandlungen erwerben. Aber wenn Sie bei uns kaufen, unterstützen Sie gleichzeitig noch den regionalen Buchhandel. Denn wir beziehen unsere Bücher über die kleine Buchhandlung in unserer Straße.

Stöbern Sie auch in unseren Remittenten! Wir führen eine ganze Reihe gebrauchter Bücher, die wir zum Sonderpreis abgeben.

Lust auf Genuss?

Hier noch einmal unsere aktuellen kulinarischen Verwöhntermine, die Sie nicht versäumen sollten:

Verkostung mit griechischen Spezialitäten

am Freitag, 20.11.2015 findet ein kleines aber besonders feines kulinarisches Genusserlebnis bei uns statt. Harald Röhm, unser Lieferant von griechischen Ölen, Tee und Honig, verwöhnt sie ab 12.00 h mit Kostproben aus unserem griechischen Bio-Sortiment. Kennen Sie beispielsweise den Honig vom Erdbeerbaum? Oder lieber Pinienhonig? Wie wäre es mit würzigen Oliven zu einem zarten Dip? Und unbedingt sollten Sie den Bergtee und den Olivenblättertee probieren! Kosten Sie und informieren Sie sich über die Besonderheit dieser Produkte. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ayurvedischer Genussabend

Ein ganz besonderes Genuss-Ereignis findet am Montag, dem 30.11.2015 statt. Von 18.00 h bis 20.00 h widmen wir uns ayurvedischen Gewürzen und deren Verwendung. Heidrun Müller, die einige schon aus unseren letztjährigen Veranstaltungen kennen, führt uns in die Besonderheiten der ayurvedischen Küchenapotheke ein. Nach einer individuellen Typbestimmung (Vata, Pitta, Kapha und Tri-Dosha) stellen die Teilnehmer unter ihrer Anleitung ihre eigene Gewürzmischung her. Gemeinsam genießen wir diese dann zu einem vorher von uns vorbereiteten Basis-Gemüse-Curry. Anmeldung und Vorkasse sind erforderlich, bitte direkt im Laden – pro Person 22,00 € inklusive individueller Typbestimmung,  Rezept und Abendessen.

Eine Hommage an die Suppe

Süßkartoffelsuppe mit Kürbiskernöl

Süßkartoffelsuppe mit Kürbiskernöl

Wussten Sie schon, dass bereits in der Steinzeit Speisen zubereitet wurden, die eine (vermutlich) suppenähnliche Konsistenz hatten? Sie sollen in Säcken über dem Feuer gegart worden sein. Wahrscheinlich handelte es sich eher um eine Art Brei, aber hier könnte die Wiege der Suppe zu finden sein. Später kamen dann in Mesopotamien Menschen auf die Idee, Tongefäße für ihre Suppenkreationen zu verwenden. Die Kinderstube der Suppe liegt demnach irgendwo zwischen 9.000 und 6.000 v.Chr.!
Und wie es mit Kindern, die langsam erwachsen werden, nun einmal so ist, zog auch die Suppe aus Mesopotamien aus und ging ihre eigenen Wege. Sie gelangte über Ägypten und Griechenland nach Mitteleuropa, wurde verfeinert und verändert und erhielt den Löffel zum gesitteten Verzehr. Sie sättigte Römer, Ritter und Bauern zum Frühstück und gab Kraft für den langen Arbeitstag.
Im Lauf der Jahrhunderte wurde unsere Suppe immer opulenter. Wer es sich leisten konnte, gab allerlei Gemüse, Geflügel und Fleisch in den Suppentopf. Aus dem kräftigenden Frühstück wurde der krönende Tagesabschluss.2015-10-28_Hommage an die Suppe_Suppe02
Im 19. Jahrhundert kreierte man für die feine Gesellschaft statt der Suppe das feine Süppchen mit allerlei aromatischen und schwer zu beschaffenden Gewürzen. Vor allem die französischen Küchenmeister entfalteten großen Ideenreichtum mit äußerst delikaten Bouillons.
Im 20. Jahrhundert wurde industrialisiert, Stress und Zeitnot bestimm(t)en den Alltag. Alles musste flott gehen, also erfand man im Hause Maggi um 1885 schleunigst die kostengünstige Fertigsuppe, die fortan vor allem Arbeitermägen füllte und in der Nachkriegszeit manches Hungerloch stopfte. Der Maggi-Brühwürfel würzt übrigens seit 1908 etliche deutsche Suppen.
Der soziale Aufstieg der Suppe setzte sich seither fort, heute ist sie aus einer qualitätsbewussten Esskultur nicht mehr wegzudenken. Suppen landen als Vorspeise, Hauptgericht, Zwischenmahlzeit weltweit auf unseren Tellern. Ihre Darreichungsformen sind so vielfältig wie die Zutaten selbst. Wir essen sie klar, gebunden, cremig, sahnig, schaumig, stückig, mit Fleisch und ohne, heiß, warm, kalt, mild, pikant, scharf, süß-sauer.

Suppen sind der ideale Herbstbegleiter und deshalb widmen wir ihnen wieder eine abwechslungsreiche Woche. Unser Mittagstisch in den Herbstferien wird durch Porotos granados (ein chilenischer Kürbiseintopf), Ribollita (ursprünglich ein traditionelles italienisches Reste-Essen), eine Bohnen-Lauch-Suppe (mit herrlich pikanter Note durch ein selbst gefertigtes Chiliöl) und eine Kichererbsen-Spinat-Suppe (herzhaft und aromatisch mit getrockneten Steinpilzen) zum wahren Suppenzauber.
Doch keine Sorge, auch wer den Mittagstisch zwischen 03. und 06.11. nicht bei uns genießen kann, wir haben noch einige Suppenleckereien auch für die folgenden Wochen parat. Eines können wir Ihnen bereits heute versprechen: so teuer, wie die teuerste Suppe der Welt, die 2005 laut einem Artikel im Hamburger Abendblatt  um die 160 Euro kostete, werden unsere Speisen keinesfalls sein 😉

Aroma Station auf kulinarischer Weltreise… Deutschland!

KartoffelgratinEtliche ferne und noch fernere Länder haben wir bereits kulinarisch erkundet. Zeit, einmal die nähere Umgebung etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, frei nach dem Motto: warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah. Auf diese Weise lässt sich hervorragend das Saisonale mit dem Regionalen verknüpfen, eine unserer Vorlieben. Also die Wanderstiefel geschnürt, den Kochtopf eingepackt und los geht es mit unserer Suche nach dem Besonderen, dem Ungewöhnlichen, vielleicht auch dem Skurrilen.

Regional-typische Spezialitäten entwickelten sich auch in Deutschland wie nahezu überall auf der Welt entsprechend der Bodenbeschaffenheit, Armut oder Reichtum der Region und den Besonderheiten der angrenzenden Küchen. So fand die skandinavische und englische Küche beispielsweise Zugang zu den Töpfen im Norden oder böhmisch-österreichische Anregungen Gehör bei den bayerischen Köchinnen und Köchen.
Klimatisch betrachtet gibt es in den deutschen Regionen keine allzu großen Unterschiede. Doch in der Zubereitung der heimischen Feldfrüchte entwickelte sich im Lauf der Jahre eine unglaubliche Vielfalt. Einen Teil dieser kreativen Ideen im Umgang mit einfachsten und überall verfügbaren Zutaten stellen wir Ihnen auf unserem Mittagstisch in der Aroma Woche vom 27. bis 30.10.2015 vor. Wie immer vegetarisch und teilweise vegan, was diesmal gar nicht so einfach war. Unglaublich, wie viel Fleisch in traditionellen Rezepten verarbeitet wird. Aber wer suchet, der findet, und so fanden wir beispielsweise Dibbelabbes, Winzeräpfel, Schnippelsuppe und Götterspeisen.

Wussten Sie schon, dass Thüringen auch als das grüne Herz Deutschlands bezeichnet wird? Jaja, hier steht die Wiege der Rostbratwurst, doch ist die Region auch ein großes Anbaugebiet für Gemüse. Besonders hervorzuheben ist übrigens die Speisezwiebel – man munkelt, dass Napoleons Truppen das Weimarer Zwiebelkuchenrezept mitgenommen hätten, woraus letztlich die weltberühmte Quiche Lorraine entstand.

Und was verbinden wir mit Sachsen außer dem Dresdner Christstollen und dem Leipziger Allerlei? Letzteres stammt übrigens aus einem weiteren sehr traditionsreichen Gemüseanbaugebiet, dem fruchtbaren Elbtal. Viele kennen dieses ursprünglich recht kostspielige Frühsommergericht nur noch als trauriges Dosengemüse mit fader Mehlschwitze. Tatsächlich ist es aber eine Köstlichkeit aus getrockneten Morcheln, zartem Spargel, jungen Möhren, knackigem Blumenkohl, feinen Erbsen und gekochten Krebsschwänzen!
Ebenfalls in Sachsen, genauer zwischen Spreewald und dem Lausitzer Bergland, sind die Sorben, das kleinste slawische Volk, beheimatet. Begegnet sind wir ihnen möglicherweise im Geschichtsunterricht im Zusammenhang mit Fürst Pückler, der nicht nur das Eis liebte, sondern mit ihrer Hilfe den Bau des wundervollen Landschaftsparks in Muskau realisiert hat. Sie pflegen noch heute einige uralte Traditionen und Bräuche. Wir servieren Ihnen eine ihrer Spezialitäten, einen Mohnkuchen, der ansonsten Bestandteil eines sorbischen Hochzeitsmahls ist.

Natürlich darf auch die Hauptstadt der Currywurst nicht fehlen, über die der Naturforscher Georg Forster berichtete sie sei „gewiss eine der schönsten Städte Europas“. Über die Einwohner äußerte er sich weniger schmeichelhaft, ihnen unterstellte er „Üppigkeit, Prasserei, Gefräßigkeit“. Aber das war Ende des 18. Jahrhunderts, da hat sich zwischenzeitlich vieles verändert 😉 Die Rede ist von Berlin.
Fleischesser schätzen die Berliner (Kalbs)Leber, Hoppelpoppel oder Königsberger Klopse. Naschkatzen hingegen schwärmen vermutlich von Berliner Luft mit Beerensoße, einer Creme aus Zucker, Zimt, Eiern und Weißwein. Oder von Berliner Pfannkuchen, die einer Legende zufolge von einem in die Heeresbäckerei abkommandierten Berliner Soldaten Mitte des 18. Jahrhunderts kreiert wurden – es handelte sich um süße Kanonenkugeln aus Hefeteig.

Aus Mecklenburg-Vorpommern haben wir eine Götterspeise aus geriebenem Pumpernickel, Kakao, Weinbrand, Rum, Beerengelee und Sahne mitgebracht. Kulinarisch gibt es natürlich noch viel mehr zu entdecken in dieser Landschaft der Seen, Flüsse, Ostseeküste und fast 1,4 Millionen Hektar Nutzfläche voller Getreide, Kartoffeln, Rüben und Ölfrüchte.
In der Küsten- und Inselküche überwiegen Gerichte, die sich seit je her ohne großen Aufwand neben Feldarbeit oder Fischerei zubereiten ließen, z.B. Fischklopse, gebratener grüner Hering oder Aalsuppe.
In den von Agrarwirtschaft geprägten Gegenden pflegte man hingegen das „Mangkokt-Äten“, das Zusammengekochte, sprich den Eintopf. Und so entstanden z.B. die Pommersche Erbsensuppe (natürlich mit Speck, Schweineschwanz und -ohr) oder die Schweriner Sommersuppe mit Erbsen, Zuckerschoten, Gurke, Kopfsalatherzen, Pimpernell und Kerbel.

In Rheinland-Pfalz hinterließen seit der Römerzeit unzählige Kriegshorden und Besatzungsmächte ihre kulinarischen Spuren. Eine der berühmtesten ist natürlich der Weinbau in der Pfalz und an der Mosel und seine damit verbundenen lukullischen Spezialitäten. Die sind zumeist ausgesprochen deftig. So lautet ein wohl derber, aber eben auch ehrlicher Sinnspruch zwischen Südpfalz und Westerwald „lieber schön und fett geschwabbelt als knochendürr herumgerappelt“. Gemeint sind nicht die Vertreter des weiblichen Geschlechts sondern das im Sommer gemästete Vieh, das in den Winterwochen als Wellfleisch oder Hausmacher Wurst den Hauptbestandteil der täglichen Nahrung ausmachte und heute noch in Form von Saumagen oder Leberknödel sehr beliebt ist.
Wir haben uns für ein weniger deftiges Gericht entschieden und sind dem Ruf der Reben gefolgt – mit Pfälzer Winzeräpfeln, die wir Ihnen am 27.10. zum saarländischen Dibbelabbes servieren! Genau, wir ignorieren die seit Generationen bestehende Fehde zwischen Pfalz und Saarland (über deren Ursprung es eigentlich gar keine übereinstimmenden Erklärungen gibt!).

Im Saarland heißen die Pfälzer Grumbeere (Kartoffeln) einfach Grombiere und spielen seit 1700 eine ebenso wichtige Rolle wie bei den Nachbarn. Sie erfuhren seit ihrer Einführung durch wallonische Wanderarbeiter ungeahnte Variationen und sorgten für einen wohlgefüllten Magen in Form vom oben erwähntem Dibbelabbes, einem Kartoffel-Lauch-Auflauf, als Kerschdscher (Bratkartoffeln), Verheirate (Kartoffeln und Mehlklöße), Gefillde Knepp (gefüllte Klöße) oder Hoorische (Klöße aus rohen Kartoffeln). Natürlich gibt es auch Gestempelte (gestampfte Kartoffeln).

Die findet man übrigens überall, auch in Bayern, der letzten Station unserer kulinarischen Deutschlandreise. Bayern ist der größte Flächenstaat Deutschlands und wartet mit zahlreichen Klischees zur Lebens- und Genussfreude auf, wie Alpenromantik, Märchenschlössern, Lederhose, Dirndl, Bier und Weißwurst. Letztere wird seit ihrer Erfindung durch den Metzger Sepp Moser im Februar 1857 vor dem Mittagsläuten, das sie auf keinen Fall mehr hören darf, mit süßem Senf und Bier „gezuzelt“. Wobei es laut Weißwurst ABC auch möglich ist, sie zu schneiden.  In Bayern verläuft nicht nur der Weißwurstäquator, es ist auch das Land von Kraut und Rüben. Hier werden etliche Hektar Weißkraut und Rotkraut angebaut, hier liegt das Zentrum des Meerrettichanbaus, wachsen Spargel, Rettich und vieles mehr. Bei all dem Herzhaften und Deftigen braucht es aber auch etwas Süßes – wir haben einen würdigen Vertreter der bayerischen Süßspeisen für unseren Mittagstisch ausgesucht: Bayerisch Creme.

Lassen Sie sich überraschen und besuchen Sie uns auf unserer kulinarischen Deutschlandreise!